Chronik

Meilensteine

18.04.1903

Der Verein wird als Fußballabteilung des TV 1876 Malstatt gegrĂŒndet.


23.06.1948

Der FCS absolviert sein letztes Spiel im deutschen Ligasystem, bevor er ins französische Ligasystem ĂŒberwechselt. Erst 1951 kehrt der Verein zurĂŒck.


22.06.1952

Der FCS wird zum zweiten Mal Vizemeister nach 1943. Meister wird der VfB Stuttgart (3:2).


13.07.1952

Der FCS nimmt in Brasilien am Copa Rio, dem inoffiziellen Weltpokal, teil. Das erste Vorrundenspiel findet am 13. Juli in SĂŁo Paulo gegen Corinthians statt (6:1-Niederlage). Es folgen zwei weitere Spiele gegen Austria Wien und Libertad (Paraguay). Fluminense Rio de Janeiro wird Pokalsieger.


02.08.1953

Das Ludwigsparkstadion wird eröffnet. Unter anderem werden hier zwei Spiele der deutschen Nationalmannschaft ausgetragen.


23.11.1955

Teilnahme an der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister gegen den AC Mailand. Herbert Binkert schießt das 1:1 in der 32. Spielminute, bevor das Spiel 4:1 fĂŒr Mailand endet.


07.09.1958

Der höchste Sieg und das gleichzeitig torreichste Spiel des FCS: 12:1 (7:1) gegen den SV Saar 05 SaarbrĂŒcken.


16.04.1977

Höchster Bundesliga-Sieg: 6:1 gegen den FC Bayern MĂŒnchen.


02.06.1999

Der höchste Saarlandpokal-Sieg des FCS (5:1 gegen den SC Halberg Brebach). Insgesamt gewinnt der FCS elfmal den Saarlandpokal, nÀmlich 1997, 1998, 1999, 2000, 2002, 2004, 2011, 2012, 2013, 2017 und 2019, sowie 1950 den internationalen Saarlandpokal.


08.08.2004

Erster Spieltag nach letztem Aufstieg in die 2. Bundesliga (0:2 gegen Rot-Weiss Erfurt). Zwischen 1961 und jetzt spielt der FCS 24 Jahre lang zweitklassig.


30.07.2007

Der FCS ist in die Oberliga abgestiegen. Der erste Spieltag der 5. Spielklasse endet 2:2 gegen Borussia Neunkirchen. Erst 2009 kehrt man in die Regionalliga, 2010 dann in die 3. Liga zurĂŒck.


11.08.2010

Der höchste Sieg der gesamten 3. Liga: Der FCS besiegt den FC Carl Zeiss Jena mit 7:0. Ebenfalls 7:0 spielen in 2018 der SV Wehen Wiesbaden gegen den SC Fortuna Köln, in 2022 der SV Waldhof Mannheim gegen den TSV Havelse sowie der FSV Zwickau gegen die WĂŒrzburger Kickers.


03.12.2013

DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund (0:2-Niederlage). Das erste Mal erreicht der FCS das Achtelfinale nach 1985.


03.03.2020

DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Fortuna DĂŒsseldorf mit grandiosem Elfmeterschießen (7:6 n. E.). FCS-TorhĂŒter Daniel Batz hĂ€lt fĂŒnf Elfmeter und wird zum gefeierten Pokalhelden.


09.06.2020

SaarbrĂŒcken steht als erster Viertligist ĂŒberhaupt im DFB-Pokal-Halbfinale. Gegen Bayer Leverkusen verliert der FCS jedoch mit 0:3. Insgesamt erreichen die Blau-Schwarzen viermal das Halbfinale des DFB-Pokals, nĂ€mlich 1957, 1958, 1985 und 2020.


19.09.2020

Erstes Spiel nach RĂŒckkehr in die 3. Liga (1:1 beim VfB LĂŒbeck).


18.04.2023

Der FCS feiert sein 120-jÀhriges JubilÀum.


Die AnfÀnge

Der 18. April 1903. In der GaststĂ€tte „Tivoli“ ein runder Tisch und ein paar fußballwillige Kicker. Der 1. FC SaarbrĂŒcken war geboren, damals noch umrahmt im TV Malstatt. Fritz Courths, Willi DĂŒpre, Ernst Gettmann, Karl Jose, Gustav und Heinrich Pillon, Hugo WĂ€tzmann, Heinrich Wagner sowie Willi Wilhelm gelten zusammen mit Turnlehrer Poller als die BegrĂŒnder des Fußballs in unserer Heimatstadt.

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In der Zeit der Jahrhundertwende verÀnderte sich die sportliche Szene in Deutschland. Aus England kamen die Ball- und Bewegungsspiele, die, im Gegensatz zum bisherigen Volkssport Nummer eins, dem Turnen, nicht nur Disziplin, sondern auch Teamgeist, SpontanitÀt und taktische VerstÀndnis erforderten. Beim TV Malstatt, der bereits seit 1876 aktiv war, wurde den Kickern eine sportliche Heimat gegeben.

Nur vier Jahre spĂ€ter kam es aber bereits zur Abspaltung. Am 8. Oktober 1907 wurde im CafĂ© Adams in der Breitestraße der „Fußballverein Malstatt-Burbach“ gegrĂŒndet. Die Vereinsfarben finden ihren Ursprung ebenfalls aus dieser Versammlung, Blau und Schwarz wurden gewĂ€hlt. Der Start in der B-Klasse war allerdings nicht von großem Erfolg gekrönt. Hinter dem Meister Saar 05, der Germania und dem SV Metz wurde der vierte Rang erreicht.

Zwei Jahre nach dem Auftakt in einer Liga Ă€nderte sich der Vereinsname ein zweites Mal. Die vorher selbststĂ€ndigen StĂ€dte (Alt)SaarbrĂŒcken, St. Johann und Malstatt-Burbach schlossen sich 1909 zur neuen Großstadt SaarbrĂŒcken zusammen. Der Verein nannte sich daraufhin fĂŒr die nĂ€chsten Jahrzehnte FV SaarbrĂŒcken. Der erste Weltkrieg machte dem FVS aber schon bald einen Strich durch die Rechnung, ein geordnetes Vereinsleben aufbauen zu können. Erst nach dem Krieg erholte sich der Fußball in Deutschland. Auch in Malstatt rĂŒhrte sich schnell wieder sportliches Leben. Am 4. Januar 1919 wurde ein neuer Vorstand gewĂ€hlt und eine neue Mannschaft gebildet. Wie in den AnfĂ€ngen spielte und trainierte das Team wieder auf einem Schulhof und richtete sich etwas spĂ€ter, durch die Besatzungstruppen vertrieben, notdĂŒrftig auf einer Wiese neben dem Restaurant des Rodenhofs ein.

Der Fußball hatte sich mittlerweile in Deutschland durchgesetzt, der DFB zĂ€hlte 20 Jahre nach seiner GrĂŒndung bereits knapp 800 000 Mitglieder und ĂŒber 20 000 Vereine. Auch in SaarbrĂŒcken wollte man den Kickern eine bessere Heimat geben. Im Ludwigspark, die damalige Parkanlage in SaarbrĂŒcken, wurde zwischen SchĂŒtzenhaus und Waldweiher ein Sportplatz hergerichtet, die Stadt zwackte dem FVS dafĂŒr aber eine stattliche Summe ab. Die offizielle Eröffnung ging zwar mit 1:4 verloren, doch die Tatsache, dass es eine fĂŒr damalige Zeiten moderne SpielstĂ€tte gab, dĂŒrfte die EnttĂ€uschung gering gehalten haben.

Ab 1919/20 ging es dann auch wieder mit Verbandsspielen weiter. In der obersten Klasse, Kreis 3 des Rheinbezirks, schloss der FVS im Mittelfeld ab. Meister wurde Saar 05, die dominierende Mannschaft war allerding die Borussia aus Neunkirchen und das blieb sie auch noch einige Zeit. In SaarbrĂŒcken wurde schnell klar, dass der Erfolg auf Dauer von zwei Faktoren abhĂ€ngig sein wird, einer sorgfĂ€ltigen Jugendarbeit und einem funktionierenden organisatorischen Rahmen. Die Jugendabteilung gewann in der gesamten Region schnell einen hervorragenden Ruf und die Struktur des Vereins wurde durch die erste GeschĂ€ftsstelle im Zigarrenhaus Hentschel in der Bleistraße verbessert.

In der Spielzeit 1921/22 deutete der FVS erstmals die spĂ€tere Klasse an. Systematisches Training und eine Reihe von Freundschaftsspielen verbesserten die Spielstruktur so sehr, dass hinter Neunkirchen die Vizemeisterschaft erkĂ€mpft werden konnte. Die Strategie des Vereins trug mehr und mehr FrĂŒchte. Die Saison 1923/24 endete mit dem dritten Platz, im SĂŒddeutschen Pokal prĂ€sentierte man sich noch erfolgreicher. Nach Siegen gegen Trier, Worms und endlich auch Neunkirchen, war nur die Meistermannschaft des 1. FC NĂŒrnberg eine Nummer zu groß. Als bester Saarverein schloss der FVS eine Spielrunde erstmals 1924/25 ab, hinter dem SV Wiesbaden auf dem zweiten Rang. Die erste Meisterschaft folge prompt, mit einem Punkt vor Mainz 05. Die anschließende Endrunde um die sĂŒddeutsche Meisterschaft verlief allerdings nicht ganz so erfolgreich. Nur ein Sieg sprang bei den Partien gegen FĂŒrth, Bayern MĂŒnchen, FSV Frankfurt, VfR Mannheim und den FV Karlsruhe heraus. Aber, der FVS war auf der großen BĂŒhne des deutschen Fußballs angelangt. Im Jahr darauf schloss SaarbrĂŒcken dann hinter Mainz auf dem zweiten Platz ab, konnte allerdings das 25-jĂ€hrige Bestehen wieder mit einer Meisterschaft feiern. Die Malstatter gehörten aber nach wie vor nicht zu den ganz großen Mannschaften, die Endrunde war wieder nicht von großem Erfolg gekrönt. Passend zum JubilĂ€um wurden aber alle Mannschaften des FVS in ihrer Klasse Meister. Ein großer Erfolg im JubilĂ€umsjahr.

Sportlicher Höhepunkt vor dem jÀhen Ende

Es war ein schwieriger Start in den ersten 25 Jahren der Vereinsgeschichte. Der erste Weltkrieg sorgte zwischenzeitlich fĂŒr den Stillstand in Deutschland, doch der Fußball erholte sich schnell. Nach der ersten Meisterschaft im Jahr 1926 legte der FVS zum 25-jĂ€hrigen Bestehen einen weiteren Titel nach, es sollten nicht die letzten bleiben.

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Das JubilĂ€um des 25-jĂ€hrigen Bestehens und die zweite Meisterschaft wurden groß gefeiert. Das jedoch offensichtlich etwas zu ausgiebig. Der Erfolg aus dem Vorjahr Das FCS-Team 1930konnte nicht bestĂ€tig werden und am Ende stand nur der fĂŒnfte Platz zu Buche. Doch bereits in den folgenden Spielzeiten zeigte die Tendenz wieder nach oben, zunĂ€chst Rang drei, dann der zweite Platz. Ein Verdienst von Trainer Toni Unseld, der dem Team neue spielerische Impulse vermittelte. Schnelles Kurzpassspiel aus einer verstĂ€rkten Deckung prĂ€gte die Spielweise. Unantastbar war zu dieser Zeit aber der FK Pirmasens, der sich auch in der folgenden Spielzeit die Meisterschaft sicherte und den Malstattern nur Platz zwei ĂŒberlies. Auch Freundschaftsspiele waren ein wichtiger Markierungspunkt des Vereins und man hatte sich – wie es so schön heißt – einen Namen gemacht.

Fußball wurde immer populĂ€rer, der DFB zĂ€hlte mittlerweile mehr als eine Million Mitglieder in knapp 35 000 Vereinen. Die politische Entwicklung in Deutschland sorgte dann aber fĂŒr grundlegende VerĂ€nderungen. Die Nazis „ergriffen“ die Macht, das hatte eine Änderung des Gebietszuschnitts zur Folge. Die alten LandesverbĂ€nde des DFB wurden aufgelöst und „gleichgeschaltet“. Von nun an hatte das „Fachamt Fußball“ im „Reichsbund fĂŒr LeibesĂŒbungen“ das Sagen. In dem neugebildeten Gau SĂŒdwest wurden nur die vier Erstplatzierten der Bezirke Main, Rheinhessen und Rhein-Saar in die Gauliga aufgenommen. Diese neue Liga galt als eine der fußball-stĂ€rksten im Deutschen Reich. Und ausgerechnet in diesemPaul BenzmĂŒller (Mitte) Moment hatte unsere Mannschaft einen SchwĂ€cheanfall und wurde nur TabellenfĂŒnfter. Es ging also zunĂ€chst in der zweiten Liga weiter. Saar 05, Altenkessel, Schaffhausen, Roden und Dillingen hießen die Gegner. Solch geniale Fußballer wie Conen, Sold oder auch BenzmĂŒller kamen in dieser Liga nicht gleich zurecht und der Meistertitel ging an Saar 05. Die folgende Saison wurde mit entsprechend viel Wut im Bau angegangen und ohne Niederlage auf dem ersten Platz abgeschlossen. Auch in der Aufstiegsrunde landete der FVS ganz vorne und fand sich fortan in der Gauliga wieder.

Der zweite Weltkrieg warf im September 1939 dann alle ZukunftsplĂ€ne ĂŒber den Haufen. SaarbrĂŒcken wurde Frontstadt. Das Leben normalisierte sich dann 1940 wieder und im Herbst des Jahres kam es zu erneuten Verbandsspielen. Der FVS dominierte die Liga und feierte mit 20:8 Punkten und 34:14 Toren klar die Meisterschaft. Wenn auch der Spielbetrieb weiterging, die VerhĂ€ltnisse waren verworren und kompliziert. Immer wieder wurden Spieler von der Wehrmacht eingezogen. Es gab zwar noch zwei aktive und vier Jugendmannschaften, eine kontinuierliche Arbeit war aber kaum möglich. Das wirkte sich schlussendlich auch auf den Spielbetreib aus. Von 18 Partien wurden nur sieben gewonnen und elf endeten mit einer Niederlage. Erst mit VerstĂ€rkungen von den in der NĂ€he stationierten Soldaten, kehrte der sportliche Erfolg in der folgenden Saison zum FVS zurĂŒck und die Gauliga Westmark konnte erneut als Meister abgeschlossen werden.

Die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft war ebenfalls sehr erfolgreich. ZunĂ€chst gab es einen Triumph gegen MĂŒlhausen, weiter ging es mit einem Erfolg ĂŒber Köln und der FVS war im Kampf um den Titel weiter vertreten. Es folgte ein wahrer Fußballkrimi gegen Mannheim. Der VfR drehte nach SaarbrĂŒcker FĂŒhrung zunĂ€chst die Partie, doch der FVS meldete sich zurĂŒck und markierte noch zwei Tore zum 3:2-Sieg. Im Halbfinale wartete dann Vienna Wien. In zwei vorangegangenen Freundschaftsspielen setzte es jeweils eine Niederlage, diesmal aber nicht. Herbert Binkert und Bubi Sold waren die TorschĂŒtzen beim 2:1. Das Endspiel war erreicht, doch der Titel sollte nicht mit nach SaarbrĂŒcken wandern.

Zur damaligen Zeit waren Auswechslungen nicht vorgesehen. Die Startformation musste das komplette Spiel bestreiten. Schlecht fĂŒr den FVS, denn Karl Decker Endspiel im Berliner Olympiastadion gegen Dresdenverletzte sich frĂŒh und es ging fĂŒr ihn nicht mehr weiter. Dennoch war der Favorit aus Dresden der Verzweiflung nahe. Herberger setzte ein Geschoss an die Latte, sonst wĂ€re es mit einer FĂŒhrung fĂŒr den FVS in die Kabine gegangen. So machte sich am Ende der KrĂ€fteverschleiß bemerkbar und der DSC siegte mit 3:0. Dennoch ein großer Erfolg. „Von ganz Deutschland Zwetter“, lautete die Schlagzeile in der SaarbrĂŒcker Zeitung. SaarbrĂŒcken und der gesamte Landstrich waren stolz auf die Mannschaft.

Eine Meisterschaft folgte noch in der Gauliga Westmark. Es waren die letzten Spiele des FV SaarbrĂŒcken. Aufgrund der Luftangriffe folgte die Evakuierung und es war nur eine Frage der Zeit, bis SaarbrĂŒcken wieder Frontstadt wurde. Es war der endgĂŒltige militĂ€rische und politische Zusammenbruch Hitlerdeutschlands. Die VereinsfĂŒhrung war nur noch in Teilen funktionsfĂ€hig und es blieb nur die Hoffnung auf einen Neuanfang, nach jenem politischen Irrweg, den Deutschland zu seinem eigenen Verderben eingeschlagen hatte.

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Einer der spektakulĂ€rsten, wenn auch zugleich schwersten Abschnitte war die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. ZunĂ€chst wurde dem FV SaarbrĂŒcken von der Regierung im August 1945 erlaubt, den Sportbetrieb wieder provisorisch aufzunehmen. Wenig spĂ€ter, am 6. Oktober, aber angeordnet, die alten Vereine aufzulösen. In der ersten außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde am 25. November 1945 der FVS dann einstimmig aufgelöst und ebenfalls ohne Gegenstimmen der „1. Fußball-Club-SaarbrĂŒcken“ gegrĂŒndet. Damit war der heutige FCS geboren.

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Wie sich die Zeiten zu damals geĂ€ndert haben, ist auch aus dem Protokoll der Weihnachtsfeier ersichtlich, in dem es hieß: „FĂŒr Kuchen fehlten leider Zucker und Mehl!“. Unter dem Vorsitzenden Hans Helmer, dem Sachbearbeiter fĂŒr Presse Hermann Neuberger und Arthur Dreher als VergnĂŒgungswart gab es dennoch ein zĂŒnftiges Fest. Durch Spenden wurden ein halbes Pfund Bohnenkaffee, Kerzen, Taschenmesser, Rasierapparate samt Klingen, Briefpapier und Zigaretten aufgetrieben, dazu auch 65 Flaschen Wein, die den GĂ€sten zur VerfĂŒgung gestellt wurden. Was heute bei dem einen oder anderen fĂŒr einen Schmunzler sorgt, war harte Arbeit.

Im Fokus sollte aber weiterhin das Sportliche stehen und die ersten beiden Partien wurden direkt erfolgreich gestaltet. In zwei Freundschaftsspielen gegen Neunkirchen (5:0) und Altenkessel (3:0) meldete sich der FCS mit Siegen zurĂŒck. Ende des Jahres vereinbarten die alten Oberligavereine eine Fußballrunde nach Punktwerten. In den 18 Partien gegen Mainz, Ludwigshafen, Bingen, Pirmasens, Idar, Kaiserslautern, Frankenthal, Worms und Neunkirchen wurden 15 Siege gelandet, dazu ein Remis und zwei Niederlagen. Mit 69:16 Toren und 31:5 Punkten wurde die Runde vor dem 1. FC Kaiserslautern und dem VfB Neunkirchen auf dem ersten Platz der Französischen Zone / Nord abgeschlossen. Im SĂŒdteil setzte sich der SV Rastatt durch und beide Mannschaften spielten um die Fußballkrone in der französisch besetzten Zone. Durch einen 5:0-Sieg in SaarbrĂŒcken und ein 4:4 in Rastatt holte der FCS den Titel ins Saarland. Die Meisterschaft wurde von ZehntausendeFCS-Team 1948/49n frenetisch gefeiert und im Jahr der mĂŒhseligen Aufbauarbeit, durch die Nachwehen des Zweiten Weltkrieges, hatte sich der FCS erneut das Ansehen der Bevölkerung verschafft, das er als FVS in den vier Jahrzehnten vorher bereits erworben hatte. Die entscheidenden Tugenden waren Kameradschaft, BegeisterungsfĂ€higkeit, Idealismus und die nie erlöschende Liebe zum Fußballsport.

In der Zonenliga folgten ein dritter und ein zweiter Platz. Sportlich prĂ€sentierte man sich somit erfolgreich. Durch die politische und wirtschaftliche Abtrennung des Saarlandes von Deutschland wurde der FCS allerdings in eine schwierige Situation gebracht. Der Spielbetreib mit den anderen Mannschaften wurde untersagt. Ab Mai 1948 galt das auch fĂŒr Freundschaftsspiele. Die FĂŒhrungsriege suchte deshalb nach neuen Möglichkeiten, um den mittlerweile 2 000 Mitglieder starken Club mit seinen vierzehn Abteilung – neben dem Fußball waren das die Abteilungen Handball, Hockey, Rollschuh, Leichtathletik, Boxen, Radsport, Schach, Billard, Tischtennis, Sommerspiele, Ringtennis, Rudern und Reiten – finanziell ĂŒber die laufende Spielzeit zu bringen. Ein glĂŒcklicher Umstand wurde am Schopf ergriffen, der allerdings eine mehrfache NHerbert Binkerteuorientierung des Vereins erforderte. AngoulĂȘme, ein Verein in der zweiten französischen Division, war in Folge finanzieller Probleme nicht in der Lage, eine Mannschaft fĂŒr die Meisterschaftsrunde zu stellen. Der FCS handelte schnell und stellte mit EinverstĂ€ndnis der 4. Jahreshauptversammlung den Antrag beim französischen Fußballverband, an deren Stelle die freigewordenen Termine in der Meisterschaftsrunde der 2. Division zu ĂŒbernehmen. Diesem Antrag wurde mit der EinschrĂ€nkung stattgegeben, dass der 1.FCS nur als inoffizieller Gast an dieser Meisterschaftsrunde teilnehmen sollte. Die neue Situation verlangte eine weitere wichtige Entscheidung. In der 2. Division wurden nur Clubs zugelassen, die eine Profimannschaft unterhielten. PrĂ€sident Hans Helmer sah keine andere Möglichkeit, als dies in die Wege zu leiten. Am 26. Juli 1948 wurde auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Satzung geĂ€ndert und dem Vorstand die Erlaubnis erteilt, eine Vertragsspielerabteilung ins Leben zu rufen. Damit betrat der FCS als erster deutscher Verein absolutes Neuland. Im Nachhinein eine kluge und weitsichtige Entscheidung der VerantwortungstrĂ€ger.

Aus sportlicher Sicht war es auch ein erfolgreicher Ausflug ins Nachbarland. In 37 Spielen wurden 26 Siege verbucht, dazu kamen noch sieben Remis und nur vier Niederlagen. Unter den zehn besten TorschĂŒtzen waren alleine sieben FCS-Kicker zu finden. Ganz vorne rangierte Herbert Binkert zusammen mit Libar aus Bordeaux mit je 41 Treffern. Dazu waren Peter Momber (27), Karl Berg (21), Franz Immig (12), Robert Schreiner (11) und Jockel Balzert (10) in den Top Ten vertreten.

Neben dem Alltag in der 2. Division gab es auf dem Kieselhumes auch immer wieder Fußball der europĂ€ischen Spitzenklasse. Hayduk Split war mit WunderstĂŒrmer Vukas zu Gast (3:2), Charlton London kam zu einer Stippvisite nach SaarbrĂŒcken (0:1) und auch gegen den frisch gebackene französische Meister Racing-Club de Paris wurde gespielt (4:1). Es sollten nicht die letzten bleiben, Freundschaftsspiele und der „Internationale Saarland-Pokal“ sollten die kommenden Jahre prĂ€gen.

Internationaler Saarpokal

Nachdem der 1. FC SaarbrĂŒcken in der vorangegangen Spielzeit inoffiziell in der zweiten französischen Division antrat, lag jetzt ein Antrag zur offiziellen Teilnahme beim französischen Fußballverband vor. Wahrscheinlich auch mit dem politischen Motiv, das Saarland auch sportlich immer stĂ€rker an Frankreich zu binden, wurde diesem vom Sekretariat des FFF zunĂ€chst zugestimmt. Daraus entstanden allerdings heftige innerfranzösische Konflikte, die Vorbehalte gegen Deutschland waren offensichtlich noch zu groß und wurden auf das Saarland ĂŒbertragen. Jules Rimet, der das Vorhaben energisch unterstĂŒtzt hatte, wurde als PrĂ€sident des FFF abgewĂ€hlt und die Genehmigung wurde wieder zurĂŒckgezogen.

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Das Frankreich-Abenteuer war damit gescheitert und der 1.FCS befand sich mit seinen mittlerweile fast 2 000 Mitgliedern und zwölf Sparten in einer misslichenEinlauf beim Endspiel um den Internationalen Saarlandpokal Situation. Schulden gab es zwar keine, aber auch regelmĂ€ĂŸige Einnahmen aus einem attraktiven Spielbetrieb standen nicht in Aussicht. In dieser schwierigen Lage wurde 1949 der „1. Internationale Saarlandpokal“ geboren. Die Industrie des Saarlandes spendete zwei Millionen Franken und die Stadt SaarbrĂŒcken die Pokale. Der FCS war nun in der Lage, interessante Gegner nach SaarbrĂŒcken einzuladen. Die besten vier Teams spielten dann den Gewinner aus. Es wurde der 1. FC SaarbrĂŒcken. Im Endspiel konnte Stade Rennais Rennes auf dem Kieselhumes mit 4:0 besiegt werden. Dritter wurde ĂŒbrigens Hajduk Split nach einem 3:2 ĂŒber den FC Metz.

Trotz der sportlichen Erfolge gab es finanzielle EngpĂ€sse zu ĂŒberwinden, denn die erhofften Einnahmen durch den Saarland-Pokal blieben aus. So wurden zwischen den Pokalspielen immer wieder nationale und internationale Freundschaftsspiele ausgetragen. Eines der Highlights war dabei im Oktober 1949 eine Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern. Vor einem Zuschauerrekord von ĂŒber 30 000 Besuchern ging das Spiel zwar 3:5 verloren, doch die sportliche Sperre zu dem ehemaligen Verbandsgebiet war durchbrochen. Es folgten unter anderem noch Begegnungen gegen St. Pauli (1:5), Frankfurt (2:2), Offenbach (2:3) und auch eine erste Bekanntschaft mit dem sĂŒdamerikanischen Fußball wurde bei der Partie gegen den FC Old-Boys Buenos-Aires (2:2) gemacht. Der FCS war ein sehr gefragter Testspielgegner, denn auch die Schweizer Nationalmannschaft (2:1) trat in ZĂŒrich gegen die Blau-Schwarzen an.

Eine weitere große internationale BewĂ€hrungsprobe stand noch bevor. Der FCS wurde ganz ĂŒberraschend zum Osterturnier nach Barcelona eingeladen und sicherte Der FCS in Barcelonasich dort den zweiten Platz. Es folgte Höhepunkt auf Höhepunkt. Am 31. Mai 1950 stattete der FC Liverpool einen Besuch auf dem Kieselhumes ab. Die 25 000 Zuschauer sahen ein starkes SaarbrĂŒcker Team, das mit 3:0 die Oberhand behielt. Die Saison war insgesamt von zahlreichen internationalen Freundschaftsspielen geprĂ€gt und der damit verbundenen internationalen Anerkennung. Die finanziellen Probleme wurden aber nicht geringer. Nur Ă€ußerste Sparmaßnahmen hielten den FCS ĂŒber Wasser.

Daran sollte sich auch in der nĂ€chsten Saison wenig Ă€ndern. SaarbrĂŒcken konnte weiterhin nicht an einer nationalen Meisterschaft teilnehmen. Die internationale Welt stand zwar offen, doch das war nur eine Lösung auf Zeit. In Ermangelung sportlicher Alternativen ging es deshalb zum zweiten Mal um den Internationalen Saarlandpokal, allerdings in modifizierter Form. Neunkirchen war jetzt ebenfalls Gastgeber und Veranstalter. Es fehlte allerdings der Reiz, Punktspiele in einer Meisterschaftsrunde austragen zu können. Die Zuschauer blieben fern und die finanzielle Situation spitzte sich weiter zu. Was zum Saisonende dazu fĂŒhrte, dass der Wettbewerb zu den sportlichen Akten gelegt wurde. Aufgrund der angespannten finanziellen Situation musste sogar die Endrunde abgesagt werden.

Aber der bunte Reigen an Freundschaftsspielen ging weiter und der FCS wurde zu einem internationalen Zugpferd. „Die interessanteste Fußballmannschaft Europas“, ließ sich Jules Rimet, der mittlerweile FIFA-PrĂ€sident war, zitieren. Nach einem Auftritt bei Athletico Bilbao (4:0) waren die Spanier sogar derart begeistert, dass in einer Bar „Cocktail El Saarebruck“ serviert wurde. Nicht weniger erwĂ€hnenswert ist auch der 4:0-Sieg bei Real Madrid im ehrwĂŒrdigen Stadion Chamartin vor 50 000 Zuschauern durch die Treffer von Balzert, Clemens, Binkert und Prieur. Es folgte die Einladung zum „Festival of Britain“ mit Partien gegen Liverpool (1:1), Grimsby Town (2:1) und Chesterfield (1:3). Weiter ging es mit einer Skandinavienreise. Innerhalb von nur dreizehn Tagen wurden dort sechs Spiele absolviert, mit dem Ergebnis von vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage. Zum Abschluss der Saison war dann noch der amtierende Westdeutsche Meister Schalke 04 zu Gast in SaarbrĂŒcken. Die Blau-Schwarzen spielten vor 20 000 Zuschauern wie im Rausch und siegten mit 5:0.

ZurĂŒck in der Meisterschaft

Der 1. FC SaarbrĂŒcken hatte sich in den vergangenen Jahren vor allem durch internationale Freundschaftsspiele einen Namen gemacht. Doch ab der Spielzeit 1951/52 ging es endlich wieder in der Meisterschafsrunde der Oberliga SĂŒdwest weiter. Hermann Neuberger trickste den FCS sozusagen zurĂŒck in den deutschen Spielbetrieb. Der SaarlĂ€ndische Fußballverband bestand auf seinen Beschluss, Neunkirchen und SaarbrĂŒcken wieder in der Oberliga SĂŒdwest spielen zu lassen, die Entscheidung darĂŒber wurde der FIFA zugeschoben. Damit gelang es Neuberger eine knappe Mehrheit zu erreichen und die erhoffte Genehmigung zur Teilnahme zu organisieren.

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Trotz allem internationalen Glanz der Vorjahre waren alle Beteiligten froh, endlich wieder eine Saison im unwiderstehlichen Reiz einer Meisterschaftsrunde austragen zu können. Die sportlichen Prognosen der Experten und der Sportpresse waren dabei alles andere als optimistisch. Wenn man die vorangegangenen Jahre als Lehrjahre bezeichnen wollte, galt es sich jetzt zu bewĂ€hren. Zu Beginn der Spielzeit lief es nicht besonders verheißungsvoll. Die KinderlĂ€hmungsepidemie im August 1951 fĂŒhrte dazu, dass der Trainings- und Spielbetrieb kurzfristig eingestellt werden musste. Doch bereits am 9. September lief der Spielbetrieb wieder auf vollen Touren und der FCS bot seiner AnhĂ€ngerschaft und der staunenden Öffentlichkeit mitreißende und erfolgreiche Spiele. Satte 23 von insgesamt 30 Spielen wurden gewonnen. Neben vier Unentschieden mussten nur drei Niederlagen hingenommen werden. Die Blau-Schwarzen schlossen die Saison vor TuS Neuendorf und dem 1. FC Kaiserslautern auf dem ersten Platz ab und machten damit direkt im ersten Jahr nach der RĂŒckkehr in die Oberliga SĂŒdwest ihr MeisterstĂŒck.

Jetzt ging es aber erst richtig los, denn nun begann der Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Der FCS aus dem abgetrennten Saarland, traf in den Gruppenspielen mit dem FC Schalke 04, dem 1. FC NĂŒrnberg und dem Hamburger SV auf die Elite Deutschlands. Es erschien kurios, da das Saarland als Mitglied der FIFA eine eigene Nationalmannschaft hatte, gegen die sich Deutschland fĂŒr die WM qualifizieren musste. DarĂŒber machte sich der FCS aber keine Gedanken und sicherte sich mit vier Siegen das Finalticket. Ein Ergebnis, das niemand auch nur in den kĂŒhnsten TrĂ€umen erwartet hatte.

Zum zweiten Mal stand man im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, diesmal ging es gegen den VfB Stuttgart. Das Spiel wurde nach einer 1:0-FĂŒhrung noch denkbar knapp mit 2:3 verloren. Gegen Ende der Partie zog sich Verteidiger Theo Puff sogar das Torwarttrikot ĂŒber, da es fĂŒr den etatmĂ€ĂŸigen Keeper Erwin Strempel verletzungsbedingt nicht mehr weiter ging.

Der Empfang in SaarbrĂŒckenTrotz der Niederlage bereiteten die ganze Region, das Land und die Stadt SaarbrĂŒcken den Spielern einen triumphalen und unvergesslichen Empfang. Das Leben stand kurz still, denn mehr als hunderttausend begeisterte Menschen hatten alles stehen und liegen gelassen und sĂ€umten die Straßen von der Stadtgrenze bis zum Rathaus. Dort versammelte sich alles was Rang und Namen hatte und aus der Hand des damaligen MinisterprĂ€sidenten Johannes Hoffmann erhielt jeder Spieler eine goldene Uhr. DarĂŒber hinaus hatte das saarlĂ€ndische Parlament aufgrund der fabelhaften Leistung beschlossen, mit einem Finanzvolumen von 80 Millionen Franken den Ausbau des Ludwigsparkstadion voranzutreiben.

Der 1. FC SaarbrĂŒcken schwebte auf der Höhe des sportlichen Erfolgs, konnte sich aber auch genau deswegen nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Statt in den Urlaub ging es zur „Copa del Rio“ nach Rio den Janeiro. Die FrĂŒchte im Fußball-Dorado SĂŒdamerika hingen allerdings hoch und es mussten neben einem Sieg gegen Austria Wien Niederlagen gegen Sao Paulo und Liberdad Asuncion verbucht werden. Es gab noch eine weitere ehrenvolle Einladung. Der Königlich-NiederlĂ€ndische Fußballverband lud den FCS zu einem Trainingsspiel gegen die hollĂ€ndische Nationalmannschaft in Amsterdam ein. Vor 45 000 Zuschauern behielten die Blau-Schwarzen mit 3:2 die Oberhand. Ein sportlicher Triumph, der viel Ehre einbrachte und neue Freunde vermittelte, aber in der bereits laufenden Saison 1952/53 viel Kraft kostete. Punktgleich mit dem Zweiten TuS Neuendorf schloss man auf dem dritten Rang ab.

Im Jahr des 50-jĂ€hrigen Bestehens gab es zwar keinen Meistertitel, dafĂŒr aber nach fast zehnjĂ€hriger Unterbrechung ein Wiedersehen mit dem Ludwigspark. Bei der Premiere im fertig gestellten Stadion konnten 30 000 Fans einen 3:1-Erfolg ĂŒber Rot-Weiß Essen bejubeln. Erfolgreich wurde nicht nur diese Partie gestaltet, der FCS setzte sich ĂŒber Jahre im oberen Drittel der Tabelle fest und bilanzierte einen zweiten Rang, schloss drei Mal auf Platz drei ab und wurde zudem je einmal Vierter, FĂŒnfter und Achter. Ihr MeisterstĂŒck in der Oberliga SĂŒdwest machten die FCS-Kicker dann in der Spielzeit 1960/61 wieder. In der Gruppenphase zur Ermittlung der Endspielteilnehmer landete man aber nur auf dem vierten Rang. In der Oberliga ging es mit dem dritten Platz weiter, ehe das Jahr vor der EinfĂŒhrung der Bundesliga auf dem fĂŒnften Platz abgeschlossen wurde.

Es war auch ein Zeitraum, in dem der FCS auf internationaler Ebene nicht nur durch Freundschaftsspiele auf sich aufmerksam machte. Als Vertreter des wirtschaftlich an Frankreich angegliederten selbststĂ€ndigen Saarlandes war der FCS 1955/56 im Europapokal vertreten. Die Malstatter zogen ein Traumlos und durften sich mit dem AC Mailand messen. Unvergessen bleibt der 4:3-Sieg im San Siro Stadion, bei dem sich Peter Krieger, Waldemar Philippi, Karl Schirra und Herbert Martin treffsicher zeigten. Im RĂŒckspiel siegten aber die Italiener und das frĂŒhzeitige Aus war besiegelt.

GrĂŒndungsmitglied der Bundesliga

Schon der Auftakt lief allerdings nicht sonderlich erfolgreich. Mit dem 1. FC Köln war der Meisterschaftsfavorit am ersten Spieltag zu Gast im Ludwigspark und sicherte sich durch einen 2:0-Sieg auch gleich die ersten Punkte. Nach fĂŒnf Spieltagen war der FCS am Tabellenende angekommen und behielt die „Rote Laterne“ auch bis zum Saisonende. Zwischendurch flackerte immer wieder ein FĂŒnkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt auf, wie nach dem Remis in Braunschweig (2:2) oder dem AuswĂ€rtssieg in Bremen (3:0). Doch zum Rundenende war der Abstieg besiegelt. Nach nur einer Saison musste die Eliteklasse, unter Wert geschlagen, wieder verlassen werden.

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In den folgenden Spielzeiten versuchte der FCS immer wieder ĂŒber Meisterschaft und Aufstiegsrunde den erneuten Sprung in die Bundesliga zu schaffen. Doch immer wieder gab es sportliche und finanzielle RĂŒckschlĂ€ge, sodass man zehn Jahre in der Regionalliga SĂŒdwest verbringen musste, ehe es in der 2. Liga weiterging. Die Entscheidung, dass der FCS dort antreten darf, fiel allerdings nicht auf dem Platz, sondern am grĂŒnen Tisch zwischen dem SV Alsenborn und den Blau-Schwarzen. In einem Bewertungssystem, das die letzten fĂŒnf Jahre einbezog, hatte der 1.FCS sportlich gesehen schlechte Karten. Alsenborn hatte drei SĂŒdwest-Meisterschaften vorzuweisen und damit höchste Bewunderung in ganz Deutschland ausgelöst. Von der technischen und wirtschaftlichen Seite her war der FCS dem SV Alsenborn allerdings ĂŒberlegen. Stadion, Zuschauerschnitt und Infrastruktur sprachen klar fĂŒr SaarbrĂŒcken. Dazu war auch eine klare sportliche Perspektive zu erkennen, es sollte zurĂŒck in die erste Liga gehen. In erster Instanz entschied eine fĂŒnfköpfige Nominierungskommission mit 3:2 fĂŒr Alsenborn. SaarbrĂŒcken war geschockt, bestritt jetzt den juristischen Weg und ging in Berufung. Die Berufungsinstanz des SĂŒdwestens war der Vorstand des Regionalverbandes SĂŒdwest. Hier wurden jetzt nicht nur dieDie Ehrenrunde nach der Meisterschaft 1975/76 sportlichen, sondern auch die wirtschaftlichen, technischen und infrastrukturellen Faktoren bewertet. Bei einer Enthaltung entschied die Kommission mit 6:2 Stimmen fĂŒr den FCS. Es ging aber noch weiter, denn damit wollte sich Alsenborn nicht abfinden und am 19. Juli 1974 stand nach einem Beschluss des DFB-Bundesgerichtes endgĂŒltig fest, dass der FCS Mitglied der 2. Bundesliga SĂŒd wird. Am Ende der Spielzeit betrug der RĂŒckstand auf den Karlsruher SC auf dem ersten Platz neun Punkte, doch in der folgenden Saison ging es dann zurĂŒck in die Eliteklasse.

Unvergessen ist bis heute der 6:1-Sieg ĂŒber den FC Bayern MĂŒnchen im Jahr der RĂŒckkehr in die Bundesliga. Auch der trug dazu bei, dass die Blau-Schwarzen auf dem 14. Platz abschlossen und im zweiten Anlauf die Bundesliga halten konnten. 1977/78 lief es dann nicht nur sportlich alles andere als rund. Auf dem vorletzten Tabellenplatz musste die Eliteklasse wieder verlassen werden und nur durch VerkĂ€ufe von Spielern wie Werner Lorant oder Roland Stegmayer konnte die Lizenz fĂŒr die zweite Liga erwirkt werden. So ging es auch in der folgenden Spielzeit weiter. Ein Neuanfang sollte her, doch der missglĂŒckte. Sportlich reichte es im Endeffekt noch zu einem Platz im Mittelfeld, doch die Lizenz fĂŒr die 2. Liga konnte wieder erst in allerletzter Sekunde erreicht werden. Die permanenten Finanzsorgen konnten erst in der Saison 1980/81 durch einen gelungenen Coup gelindert werden. Der WolfenbĂŒtteler Likörfabrikant GĂŒnter Mast hatte mit seiner Renommiermarke „JĂ€germeister“ in den Bundesligajahren als Brustsponsor die große Werbewirksamkeit des 1.FCS erfahren und schloss mit dem Verein einen FĂŒnf-Jahres-Vertrag ab. Er ĂŒbernahm 800.000 DM der 1,8 Millionen DM Schulden.

Sportlich lief dagegen wenig zusammen und die Qualifikation fĂŒr die eingleisige 2. Bundesliga wurde verpasst. Es ging in der Amateur-Oberliga SĂŒdwest weiter, ehe in der Saison 1982/83 ĂŒber die Meisterschaft und die folgende Aufstiegsrunde das Ticket fĂŒr die 2. Bundesliga gelöst wurde. Dort konnte im zweiten Jahr die RĂŒckkehr in die Bundesliga gefeiert werden. Die Aufenthaltsdauer war aber, wie bei der ersten Stippvisite, auf eine Spielzeit begrenzt. Es folgten sechs Jahre in der zweiten Liga, ehe es in der Spielzeit 1992/93 wieder in der Bundesliga um den Klassenerhalt ging.

Nach dem neuerlichen Abstieg ging es in der 2. Bundesliga um die Existenz des Vereins. Sportlich wurde die Klasse mit dem 14. Platz gehalten, doch die Schuldenlast war auf 3,5 Millionen DM angewachsen. Diese waren aber unter der Voraussetzung beherrschbar, dass der sportliche Erfolg und damit die Zuschauer und Sponsoren zurĂŒckkehren wĂŒrden. Der große Crash folgte dann ein Jahr spĂ€ter. Nach einem schlechten Auftakt berappelte sich der FCS und bog auf dem siebten Rang ins Ziel ein. DafĂŒr schlug im Mai 1995 die Nachricht vom Lizenzentzug durch den DFB wie eine Bombe ein. Ein Formfehler – ein nicht ausreichendes Testat der PrĂŒfgesellschaft – war die Ursache. Die Verantwortlichen kĂ€mpften noch, doch zuletzt verweigerte der Liga-Ausschuss endgĂŒltig die Lizenz und der FCS musste den Der Empfang beim MinisterprĂ€sidenten nach der RĂŒckkehr in die 2. Bundesligabitteren Gang in die Regionalliga antreten.

Das hatte weitere Folgen. Die Schulden, die in der 2. Liga leicht hĂ€tten getragen werden können, zogen jetzt den Boden unter den FĂŒĂŸen weg. Die Banken waren in dieser Situation nicht bereit, neue Kredite zu geben, die den Einnahmenausfall hĂ€tten ausgleichen können. Der Konkurs drohte. Die RechtsanwĂ€lte Udo Gröner und GĂŒnter Crauser entwickelten zusammen mit Reinhard Klimmt ein Sanierungskonzept und prĂ€sentierten beim Amtsgericht SaarbrĂŒcken den Antrag auf ein Vergleichsverfahren ĂŒber das Vermögen des FCS, um damit den drohenden Konkurs und den Absturz in die B-Klasse zu verhindern. Als Vergleichsverwalter wurde der St. Ingberter Rechtsanwalt Franz J. Abel eingesetzt. Ihm gelang es, die GlĂ€ubiger zu beruhigen und die LiquiditĂ€t des Vereins und damit den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Eine Saison spĂ€ter war die finanzielle Situation wieder so solide, dass der DFB bei einem Aufstieg die Lizenz fĂŒr die zweite Liga erteilt hĂ€tte. Doch dazu kam es erst 1999/00 nach der Meisterschaft in der Regionalliga SĂŒdwest.

Das neue Jahrtausend

Mit der Jahrtausendwende war der 1. FC SaarbrĂŒcken zurĂŒck in der 2. Bundesliga. Es sollte KontinuitĂ€t her, gar von einem Aufstieg in Bundesliga konnte getrĂ€umt werden. Los ging es dabei mit einem verheißungsvollen achten Platz in der 2. Liga. FĂŒr einen Aufsteiger ein sehr vorzeigbares Ergebnis. Doch bereits die erste Spielzeit verlief nicht ganz nach Plan.

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Klaus Toppmöller, der den FCS zurĂŒck in den Profifußball fĂŒhrte, wechselte wĂ€hrend der Saison 2000/01 Richtung Leverkusen. Der Anfang eines bunten Trainerkarussells mit zahlreichen Übungsleitern. Thomas von Heesen ĂŒbernahm, er konnte ebenso wie sein Nachfolger Heribert Weber und den auf ihn folgenden Tom Dooley den Abstieg in die Regionalliga nicht verhindern. Horst Ehrmantraut ersetzte Dooley zur Saison 2002/03, wurde aber nach etwas mehr als einem Jahr kurzfristig von Stanislav Levy und Eugen Hach abgelöst, um fĂŒnf Monate spĂ€ter zurĂŒckzukehren und den Aufstieg in die 2. Liga perfekt zu machen. Diese konnte dann im ersten Jahr gehalten werden, doch die bekanntlich schwierigere zweite Saison war wieder von mehreren Trainern und schlussendlich auch einem Abstieg geprĂ€gt. Ehrmantraut musste schon im August 2005 seinen Hut nehmen und Fritz Fuchs agierte zunĂ€chst interimsweise als neuer Coach. Das Amt ging dann schnell an Rudi Bommer weiter, der wiederum gegen Rundenende von Didier Philippe abgelöst wurde.

Michael Henke, der sich als Co-Trainer unter Ottmar Hitzfeld einen sehr guten Namen gemacht hatte, ĂŒbernahm zur neuen Saison 2006/07, blieb aber nur vier Monate. Wieder musste Philippe ĂŒbernehmen. Es war eines der bittersten Jahre der Vereinsgeschichte, denn trotz einer Mannschaft, die qualitativ das Zeug fĂŒr die zweite Liga hatte, folgte der Sturz in die Oberliga. Und es folgte ein weiteres mehr als bitteres Jahr. Aufgrund der Ligenreform durch die EinfĂŒhrung der 3. Liga in der kommenden Spielzeit musste mindestens Platz vier erreicht werden, um sich fĂŒr die Regionalliga zu qualifizieren. Mit diesem Anspruch trat Michael KrĂŒger im Sommer 2007 das Amt als Trainer an, erlag im Winter aber dem Lockruf aus Afrika und schloss sich Al Merreikh Omdurman im Sudan an. Alfred Kaminski ĂŒbernahm, konnte das Ruder trotz durchschnittlich 2,07 Punkte pro Spiel aber nicht mehr entscheidend rumreißen. Der FCS landete auf Platz fĂŒnf und war nur noch in der fĂŒnften Liga.

Eine der schwĂ€rzesten Stunden der Vereinsgeschichte, doch auch der richtige Zeitpunkt einen Neuanfang zu starten. Dieter Ferner wurde Trainer. Bereits als Spieler war er 1975 nach seinem Wechsel von Rot-Weiß Oberhausen nach SaarbrĂŒcken beim FCS aktiv und heuerte 1991 erneut bei den Blau-Schwarzen an. ZunĂ€chst ĂŒbernahm Ferner die erste Mannschaft als Nachfolger von Trainer Klaus Schlappner. Ab Sommer 1991 war er dann als Trainer bei der zweiten Mannschaft aktiv. SpĂ€ter wurde er auch noch Jugendkoordinator und ĂŒbernahm nach dreijĂ€hriger Abstinenz das Amt als Cheftrainer 2008.

Im ersten Jahr war das Ziel klar formuliert, die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Regionalliga sollten her. Das wurde erreicht. Die Blau-Schwarzen siegten sich standesgemĂ€ĂŸ durch die Liga und mussten erst nachdem die Meisterschaft feststand zum Saisonende hin drei Niederlagen einstecken. Das wurmte allerdings offensichtlich so sehr, dass direkt das nĂ€chste MeisterstĂŒck folgte. Eines, mit dem zu Saisonbeginn niemand rechnen konnte. Nach zwei Auftaktniederlagen wurde bei Rot-Weiß Essen am dritten Spieltag der erste Sieg gefeiert. So erfolgreich ging es weiter. Es kamen nur drei Niederlagen im weiteren Saisonverlauf hinzu. Der FCS schloss durch eine kompakte Mannschaftsleistung auf dem ersten Platz ab und kam zu der Ehre, im SaarbrĂŒcker Rathaus den Aufstieg feiern zu dĂŒrfen.

Der Erfolg war fĂŒr Ferner Fluch und Segen zugleich. Er hatte zwar zusammen mit seinen Mitstreitern den Aufstieg geschafft, musste den Trainerstuhl aufgrund der fehlenden Fußball-Lehrer-Lizenz allerdings abgeben und agierte danach fĂŒr zwei weitere Jahre als Sportdirektor. Aktuell ist Ferner VizeprĂ€sident und Leiter der AH-Abteilung.

Als Cheftrainer abgelöst wurde er damals von JĂŒrgen Luginger. Nach etwas mehr als drei Jahren war seine Zeit in der vorangegangen Saison in SaarbrĂŒcken beendet. Der Klassenerhalt war stark gefĂ€hrdet und es gelang auch leider nicht mehr, den Bock umzustoßen. Milan Sasic ĂŒbernahm zunĂ€chst das Traineramt und investierte viel Herzblut. Es war allerdings leider nicht von Erfolg gekrönt. Fuat Kilic wurde im Februar 2014 als Cheftrainer installiert. Der Abstieg war nicht mehr zu verhindern.

In der Saison 2014/15 wurde dann vieles richtig angepackt. Erstmals in der Vereinsgeschichte war ein direkter Wiederaufstieg greifbar nah. In den Play-offs zog der FCS aber denkbar unglĂŒcklich im Elfmeterschießen den KĂŒrzeren gegen die WĂŒrzburger Kickers. Zur folgenden Spielzeit ĂŒbernahm dann Falko Götz das Ruder und ĂŒbergab Anfang MĂ€rz an Taifour Diane. Die erneute Qualifikation fĂŒr die Relegation war zu diesem Zeitpunkt aufgrund des RĂŒckstandes nur noch schwer zu realisieren. Und deshalb galt es, sich zur Saison 2016/17 neu aufzustellen.

Erfolge

1942/43

Deutscher Vizemeister | Westmarkmeister


1943/44

Westmarkmeister


1945/46

1945/46 SĂŒdwestmeister


1948/49

Inoffizieller Meister 2. Französischen Division


1951/52

Deutscher Vizemeister | SĂŒdwestmeister


1955/56

Teilnahme Europapokal der Landesmeister


1960/61

SĂŒdwestmeister


1963/64

GrĂŒndungsmitglieder der Bundesliga


1964/65

Meister der Regionalliga SĂŒd


1975/76

Meister 2. Liga SĂŒd | Aufstieg in die Bundesliga


1976/77

Klassenerhalt in der Bundesliga


1982/83

Meister Amateur-Oberliga SĂŒdwest


1984/85

Aufstieg in die Bundesliga


1991/92

Meister 2. Liga SĂŒd | Aufstieg in die Bundesliga


1996/97

Saarlandpokalsieger


1997/98

Saarlandpokalsieger


1998/99

Saarlandpokalsieger


1999/00

Meister Regionalliga West/SĂŒdwest | Saarlandpokalsieger


2001/02

Saarlandpokalsieger


2003/04

Saarlandpokalsieger


2007/08

2. Platz DFB-Pokal der Frauen


2008/09

Meister Amateur-Oberliga SĂŒdwest


2009/10

Meister der Regionalliga West


2010/11

Saarlandpokalsieger


2011/12

Saarlandpokalsieger


2012/13

Saarlandpokalsieger


2016/17

Saarlandpokalsieger


2017/18

Meister der Regionalliga SĂŒdwest


2018/19

Saarlandpokalsieger