DIE HISTORIE DES LUDWIGSPARKSTADIONS

Die AnfÀnge auf dem Ludwigsberg

Über 62 Jahre lang bestritt der FCS seine Heimspiele im Ludwigspark. Seit Anfang 2016 befindet sich die Anlage im Umbau zu einer modernen SpielstĂ€tte. Die Jahrzehnte lange Heimat bleibt trotzdem unvergessen. Zumal die UrsprĂŒnge des Ludwigsparks noch tiefer in der Vergangenheit liegen. Bereits 1920 kickten die Fußballer des FV SaarbrĂŒcken auf dem VorlĂ€ufer des Ludwigsparks.

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Gespielt wurde auf roter Erde. Das Stadion verfĂŒgte seinerseits bereits ĂŒber einen Ausbau. Neben einer kleinen TribĂŒne, auf Höhe der heutigen HaupttribĂŒne, gab es auch niedrige Stehtraversen um das Spielfeld. Die Kabinen (Duschen waren nicht vorhanden) standen an der Kurve vor der Saarlandhalle. Der zweite Weltkrieg machte auch vor der SpielstĂ€tte keinen Halt und zerstörte den ersten Ludwigspark.

Wie der Park zu seinem Namen kam

Seinen Namen erhielt unser Ludwigsparkstadion durch einen geschichtlichen Kontext. 1769 ließ Ludwig Heinrich, FĂŒrst der Grafschaft SaarbrĂŒcken-Nassau, die Schloss- und Gartenanlage Ludwigsberg errichten und nutzte die Anlage „Lustschloss“ fĂŒr seine Geliebte. Die Anlage wurde wĂ€hrend der französischen Revolution in TrĂŒmmer gelegt. Die Anhöhe behielt jedoch ihren Namen und war schließlich namensgebend fĂŒr den Ludwigspark.

Ein Stadion entsteht

Der wiedergegrĂŒndete FCS bestritt in der Nachkriegszeit seine Spiele auf dem SaarbrĂŒcker Kieselhumes. Der stetige Wunsch, nach der RĂŒckkehr in die alte Heimat, kam bereits schnell nach Kriegsende auf. Zumal auch das damals eigenstĂ€ndige Saarland eine geeignete SpielstĂ€tte fĂŒr die Nationalmannschaft suchte.

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Zu Beginn der 50er-Jahre starteten schließlich die ersten Baumaßnahmen. Das Stadion wurde auf Kriegsschutt errichtet. Nach schleppendem Beginn und einigen Bauunterbrechungen, brachte der sportliche Erfolg und die deutsche Vizemeisterschaft des FCS im Jahr 1952 den entscheiden Durchbruch. Ein Jahr spĂ€ter wurde der Ludwigspark fertiggestellt. FĂŒr den Preis von 195 Millionen Francs entstand ein großes ovales Mehrzweckstadion fĂŒr ĂŒber 50.000 Zuschauer. Das Stadion war, abgesehen vom Marathontor und der HaupttribĂŒne, durchgĂ€ngig mit StehrĂ€ngen umzogen.

Stadioneröffnung und AnfÀnge

Nachdem die Leichtathleten im Rahmen eines LĂ€nderkampfes mit der Schweiz den Park formell einweihen durften, kamen dann auch die Fußballer des FCS zum Zug. Jene offizielle Eröffnung fand am 02. August 1953 bei einem Freundschaftsspiel gegen Rot-Weiß Essen statt. Der 1. FCS siegte gegen den amtierenden deutschen Pokalsieger um Helmut Rahn vor ĂŒber 30.000 Zuschauern mit 3:1 und hatte endlich wieder eine eigene SpielstĂ€tte. Drei Wochen spĂ€ter, am 23. August 1953, stieg das erste Pflichtspiel. Der FCS schlug vor 8.000 Zuschauern in der neuen-alten Heimat den VfR 07 Kirn mit 2:1. Das erste Pflichtspieltor erzielte Gerhard Siedl fĂŒr den FCS in der 12. Spielminute.

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Am 8. November 1953 diente der Park erstmals als BĂŒhne fĂŒr ein LĂ€nderspiel. Die saarlĂ€ndische Nationalmannschaft kam trotz klarer FeldĂŒberlegenheit vor 40.000 Zuschauern gegen Norwegen nicht ĂŒber ein 0:0 hinaus. Sechs Monate spĂ€ter kam es zum „grĂ¶ĂŸten Fußball-Festtag an der Saar“, wie es die damalige Stadionzeitung bezifferte. Das autonome Saarland empfing die deutsche Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation. Offiziell 53.000 Zuschauern, inoffiziell sollen es bis an die 60.000 Besucher gewesen sein, wollten sich diese Begegnung nicht entgehen lassen und stellen den Zuschauerrekord fĂŒr ein Spiel im Ludwigspark auf. Das Saarland, bei einem Sieg mit guten Chancen auf die WM, verlor unglĂŒcklich mit 1:3. Die Begegnung wird als ein SchlĂŒsselmoment bei der saarlĂ€ndischen RĂŒckkehr zu Deutschland angesehen. Die deutsche Nationalmannschaft fuhr zum WM und wurde anschließend durch das „Wunder von Bern“ Weltmeister.

1961 nahmen die Molschder an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft teil. In den drei Spielen standen ein 2:3 gegen den HSV (46.000 Zuschauer, inoffiziell sollen es weit ĂŒber 55.000 gewesen sein), ein 4:3-Sieg ĂŒber Borussia Dortmund (35.000) und ein 2:5 gegen Eintracht Frankfurt (32.000) zu Buche.

Der Ludwigspark wird Bundesligastadion und der steinige Weg zurĂŒck

1963 war der FCS GrĂŒndungsmitglied der Fußball-Bundesliga und der Ludwigspark eines von acht Stadien, in denen am ersten Spieltag gespielt wurde. Gegen den 1. FC Köln gab es eine 0:2-Niederlage. Im MĂ€rz 1964 gelang dem FCS der erste Bundesligaheimsieg gegen Borussia Dortmund (2:1).

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Der Versuch des Wiederaufstieges wurde zunĂ€chst in vier Spielzeiten in Folge in der Aufstiegsrunde gestoppt, auch im Anschluss gelang es bis 1974 nicht, der alten Regionalliga nach oben zu entfliehen. 1974 qualifizierten sich die Blau-Schwarzen fĂŒr die neugegrĂŒndete 2. Bundesliga SĂŒd. Kurz vor Weihnachten 1975 sahen 36.000 Zuschauer das Heimspiel gegen den 1. FC NĂŒrnberg. Es war die grĂ¶ĂŸte Zweitligakulisse im Ludwigspark. In der gleichen Saison gelang dem FCS die langersehnte RĂŒckkehr in die Bundesliga.

Umbau und Sternstunden

FĂŒr den Aufstieg fanden 1976 die einzigen richtigen Umbauten im Stadion statt. Auf der Gegengerade wurde die aktuelle GegentribĂŒne innerhalb von 100 Tagen errichtet. Die KapazitĂ€t wurde auf knapp 39.000 Zuschauer festgelegt und der Ludwigspark bot in der Folge gut 8.300 SitzplĂ€tze. In den Spielzeiten 1976/77 und 1977/78 war der Park fĂŒr 34 Spiele also wieder HeimstĂ€tte der 1. Bundesliga.

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Im Ludwigspark legte der FCS 1976/77 den Grundstein fĂŒr den bisher einzigartigen Klassenerhalt in der Bundesliga. Über 28.000 Zuschauer kamen im Schnitt zu den Heimspielen. Der FCS steckte tief im Abstiegskeller, hatte bei der zwei-Punkte-Regelung fĂŒnf Punkte RĂŒckstand auf die NichtabstiegsplĂ€tze und wartete seit acht Spielen auf einen Sieg. Ende MĂ€rz kam der 1. FC Köln ins Stadion. Ein Hattrick von Roland Stegmayer sorgte fĂŒr einen 3:1-Sieg und den Auftakt zu historischen Wochen. Auf Schalke siegte der FCS mit 1:0 und empfing am Dienstag, den 12. April 1977, den Hamburger SV im Park. 34.000 Zuschauer sahen ein Fußballspiel nahe des Wahnsinns. Bei strömenden Regen lagen die Blau-Schwarzen kurz vor der Pause mit 0:2 hinten, ehe Ludwig „Luggi“ Denz mit dem Pausenpfiff verkĂŒrzte. Nach der Pause ließ Denz den Ausgleich folgen und Ludwig Schuster drehte die Begegnung schließlich komplett.

Bei einem Punkt RĂŒckstand auf die NichtabstiegsplĂ€tze war der Klassenerhalt wieder möglich. Und vier Tage spĂ€ter öffnete der Ludwigspark seine Tore zum wahrscheinlich grĂ¶ĂŸten FCS-Heimspiel der Geschichte. 16. April 1977. Der FCS empfĂ€ngt den FC Bayern MĂŒnchen mit Ikonen wie Sepp Maier, „Kaiser“ Franz Beckenbauer, Georg Schwarzenbeck oder „den Bomber“ Gerd MĂŒller. Doch die Blau-Schwarzen stahlen den Stars komplett die Show und lieferten ein unglaubliches Spektakel. Roland Stegmayer machte sich an diesem Tag unsterblich und erzielte in der ersten Stunde einen Hattrick. Dem Anschlusstreffer von Gerd MĂŒller folgte der vierte Stegmayer-Streich, ehe Ludwig Denz und Ludwig Schuster das Ergebnis in die Höhe schraubten. Am Ende gewann der FCS mit dem sagenhaften Ergebnis von 6:1 gegen die Bayern.

LĂ€nderspiele und Pokalerfolge

1983 erlebte der Ludwigspark die RĂŒckkehr zur Austragung von LĂ€nderspielen. Am 20. November war er dabei erstmals SpielstĂ€tte fĂŒr ein HeimlĂ€nderspiel der deutschen Nationalmannschaft. Die Begegnung wurde in den Park verlegt, der damals fĂŒr seine außerordentlich fantastische Stimmung bekannt war, um der deutschen Nationalmannschaft im entscheidenden Spiel um das Ticket zur Europameisterschaft unter die Arme zu greifen. Mit Erfolg. Die Deutschen setzten sich mit 2:1 durch. Das zweite und letzte LĂ€nderspiel Deutschlands stammt vom MĂ€rz 1985, als zur Einweihung der neuen, hochmodernen Anzeigetafel Malta mit 6:1 besiegt wurde.

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Sportlich etablierte sich der FCS nach dem Abstieg aus der Bundesliga in der zweiten Liga und stieg 1984/85 ein weiteres Mal in die Bundesliga auf. In der gleichen Spielzeit ging es bis ins Halbfinale des DFB-Pokals. Im Park wurden dabei nicht nur der 1. FC NĂŒrnberg (4:1) und Hannover 96 (1:0) aus dem Weg gerĂ€umt, sondern der FCS zwang im Entscheidungsspiel den amtierenden deutschen Meister VfB Stuttgart bis ins Elfmeterschießen und schaltete den VfB dort vor 25.000 Besuchern aus. Im Halbfinale verpasste der FCS den letzten Schritt durch eine 0:1-Pleite gegen den Bundesligisten Uerdingen knapp.

Der letzte Ausflug in die Bundesliga und die Weltpokalsieger

1992 gelang dem FCS zum letzten Mal der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. In der Aufstiegssaison und der Aufstiegsrunde war der FCS dabei im Ludwigspark eine Macht. 1992 ist der Ludwigspark zum letzten Mal bei einem Ligaspiel ausverkauft. Gegen Bayern MĂŒnchen kommen 36.000 Zuschauer. Den letzten Bundesligasieg im Ludwigspark feierte der FCS am 20. Februar 1993. Bayer 04 Leverkusen wurde durch Tore von Lust, Kristl und Stickroth mit 3:1 (1:0) nach Hause geschickt. Das letzte Heimspiel in der Bundesliga stammt vom 29. Mai 1993. Gegen den VfB Stuttgart gab es eine 1:4-Niederlage. Eric Wynalda erzielte den letzten FCS-Bundesligatreffer.

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Die folgenden Jahre boten Highlights nur im Pokal. Wie 1998, als Drittligist empfingen die Blau-Schwarzen den amtierenden Weltpokalsieger Borussia Dortmund. Der Park erlebte eines seiner grĂ¶ĂŸten Pokalspiele, als der FCS, angefĂŒhrt von Sambo „Sammy“ Choji, dem Bundesligisten den Schneid abkaufte und sich die Dortmunder bis ins Elfmeterschießen retteten. Der FCS scheiterte dort nach grandiosen Spiel und wurde von 34.000 Zuschauern gefeiert.

Das Schweinfurt-Drama und das letzte Highlight

2004 klopfte der FCS wieder an die TĂŒr zur zweiten Bundesliga. Im letzten Saisonspiel reichte ein Sieg gegen den abgestiegenen FC Schweinfurt fĂŒr den Aufstieg. 22.000 Zuschauer fĂŒllten den Park, doch die GĂ€ste fĂŒhrten zur Pause mit 1:0. Christian Stuff erzielte den Ausgleich nach 55 Minuten, sieben Minuten spĂ€ter brachte Matthias Hagner den FC auf Aufstiegskurs. 20 Minuten vor Ende steht die Feier wieder auf der Kippe. Echendu foult im Strafraum, Elfmeter fĂŒr Schweinfurt. Peter Eich hĂ€lt das Leder und bringt den Park zum Beben. Der FCS war zurĂŒck in Liga 2.

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Das letzte große Highlight stammt aus dem Jahr 2013. Im Achtelfinale des DFB-Pokals empfĂ€ngt der FCS vor ausverkauften Haus und ĂŒber 30.000 Besuchern Borussia Dortmund mit JĂŒrgen Klopp. Der Favorit gewinnt mit 2:0 und der Park zeigt sich noch einmal von seiner besten Seite.

2004 klopfte der FCS wieder an die TĂŒr zur zweiten Bundesliga. Im letzten Saisonspiel reichte ein Sieg gegen den abgestiegenen FC Schweinfurt fĂŒr den Aufstieg. 22.000 Zuschauer fĂŒllten den Park, doch die GĂ€ste fĂŒhrten zur Pause mit 1:0. Christian Stuff erzielte den Ausgleich nach 55 Minuten, sieben Minuten spĂ€ter brachte Matthias Hagner den FC auf Aufstiegskurs. 20 Minuten vor Ende steht die Feier wieder auf der Kippe. Echendu foult im Strafraum, Elfmeter fĂŒr Schweinfurt. Peter Eich hĂ€lt das Leder und bringt den Park zum Beben. Der FCS war zurĂŒck in Liga 2.

Das letzte große Highlight stammt aus dem Jahr 2013. Im Achtelfinale des DFB-Pokals empfĂ€ngt der FCS vor ausverkauften Haus und ĂŒber 30.000 Besuchern Borussia Dortmund mit JĂŒrgen Klopp. Der Favorit gewinnt mit 2:0 und der Park zeigt sich noch einmal von seiner besten Seite.

Ein Mythos sagt Goodbye

Seine Abschiedsvorstellung gab der Ludwigspark am 05. Dezember 2015. Die Molschder sorgten fĂŒr einen gelungenen Abschluss und siegten vor 3.800 Zuschauern mit 4:0 gegen den TSV Steinbach. Felix Luz ließ in der 83. Spielminute zum letzten Mal das Netz im Park zappeln und verewigte seinen Namen in der Geschichte des Ludwigsparks.

Statistik

Von 1953 bis 2015 bestritt der 1. FC SaarbrĂŒcken 1.065 Ligaspiele im Ludwigsparkstadion. Die Malstatter erreichten 628 Siege, 246 Unentschieden und 191 Niederlagen, bei 2.320 erzielten Toren und 1.138 kassierten Gegentoren. Dazu war der FCS bei 39 DFB-Pokalspielen am Ball. Bei 13 Siegen gab es auch 19 Niederlagen, bei einem TorverhĂ€ltnis von 53 zu 72 Toren. In 30 Landespokalspielen verbuchten die Blau-Schwarzen weitere 25 Siege bei 3 Niederlagen (113:42 Tore). Drei Spiele bei der Endrunde um die deutsche Meisterschaft erlebte der Park. Neben einem Sieg ĂŒber Borussia Dortmund, gab es auch zwei Niederlagen (8:11 Tore). In 26 Relegations- oder Aufstiegsspielen kĂ€mpfte der FCS um den Aufstieg in eine höhere Liga. 15 Siege, 4 Unentschieden und 7 Niederlagen (47:24 Tore) lautet die Bilanz in diesem Sektor. Auch internationale Sporen verdiente sich der Park. Bei neun Spielen im Intertoto-Cup erreichte der FCS vier Siege und kassierte sechs Niederlagen, bei 20:19 Toren. Zusammengerechnet kommt der FCS auf 1.172 Pflichtspiele im Park.

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Die Blau-Schwarzen erreichten:

  • 686 Siege
  • 259 Unentschieden
  • 227 Niederlagen
  • 561 Tore
  • 306 Gegentore