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Der 18. April ist ein ganz besonderer Tag in der Geschichte des 1. FC Saarbrücken. Im Jahr 1903 wurde an jenem 18. April die Fußballabteilung im TV Malstatt gegründet und der FCS war geboren.

Der 18. April 1903. In der Gaststätte „Tivoli“ ein runder Tisch und ein paar fußballwillige Kicker. Der 1. FC Saarbrücken war geboren, damals noch umrahmt im TV Malstatt. Fritz Courths, Willi Düpre, Ernst Gettmann, Karl Jose, Gustav und Heinrich Pillon, Hugo Wätzmann, Heinrich Wagner sowie Willi Wilhelm gelten zusammen mit Turnlehrer Poller als die Begründer des Fußballs in unserer Heimatstadt.

In der Zeit der Jahrhundertwende veränderte sich die sportliche Szene in Deutschland. Aus England kamen die Ball- und Bewegungsspiele, die, im Gegensatz zum bisherigen Volkssport Nummer eins, dem Turnen, nicht nur Disziplin, sondern auch Teamgeist, Spontanität und taktische Verständnis erforderten. Beim TV Malstatt, der bereits seit 1876 aktiv war, wurde den Kickern eine sportliche Heimat gegeben.

Nur vier Jahre später kam es aber bereits zur Abspaltung. Am 8. Oktober 1907 wurde im Café Adams in der Breitestraße der „Fußballverein Malstatt-Burbach“ gegründet. Die Vereinsfarben finden ihren Ursprung ebenfalls aus dieser Versammlung, Blau und Schwarz wurden gewählt. Der Start in der B-Klasse war allerdings nicht von großem Erfolg gekrönt. Hinter dem Meister Saar 05, der Germania und dem SV Metz wurde der vierte Rang erreicht.

Zwei Jahre nach dem Auftakt in einer Liga änderte sich der Vereinsname ein zweites Mal. Die vorher selbstständigen Städte (Alt)Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach schlossen sich 1909 zur neuen Großstadt Saarbrücken zusammen. Der Verein nannte sich daraufhin für die nächsten Jahrzehnte FV Saarbrücken. Der erste Weltkrieg machte dem FVS aber schon bald einen Strich durch die Rechnung, ein geordnetes Vereinsleben aufbauen zu können. Erst nach dem Krieg erholte sich der Fußball in Deutschland. Auch in Malstatt rührte sich schnell wieder sportliches Leben. Am 4. Januar 1919 wurde ein neuer Vorstand gewählt und eine neue Mannschaft gebildet. Wie in den Anfängen spielte und trainierte das Team wieder auf einem Schulhof und richtete sich etwas später, durch die Besatzungstruppen vertrieben, notdürftig auf einer Wiese neben dem Restaurant des Rodenhofs ein.

Der Fußball hatte sich mittlerweile in Deutschland durchgesetzt, der DFB zählte 20 Jahre nach seiner Gründung bereits knapp 800 000 Mitglieder und über 20 000 Vereine. Auch in Saarbrücken wollte man den Kickern eine bessere Heimat geben. Im Ludwigspark, die damalige Parkanlage in Saarbrücken, wurde zwischen Schützenhaus und Waldweiher ein Sportplatz hergerichtet, die Stadt zwackte dem FVS dafür aber eine stattliche Summe ab. Die offizielle Eröffnung ging zwar mit 1:4 verloren, doch die Tatsache, dass es eine für damalige Zeiten moderne Spielstätte gab, dürfte die Enttäuschung gering gehalten haben.

Ab 1919/20 ging es dann auch wieder mit Verbandsspielen weiter. In der obersten Klasse, Kreis 3 des Rheinbezirks, schloss der FVS im Mittelfeld ab. Meister wurde Saar 05, die dominierende Mannschaft war allerding die Borussia aus Neunkirchen und das blieb sie auch noch einige Zeit. In Saarbrücken wurde schnell klar, dass der Erfolg auf Dauer von zwei Faktoren abhängig sein wird, einer sorgfältigen Jugendarbeit und einem funktionierenden organisatorischen Rahmen. Die Jugendabteilung gewann in der gesamten Region schnell einen hervorragenden Ruf und die Struktur des Vereins wurde durch die erste Geschäftsstelle im Zigarrenhaus Hentschel in der Bleistraße verbessert.

In der Spielzeit 1921/22 deutete der FVS erstmals die spätere Klasse an. Systematisches Training und eine Reihe von Freundschaftsspielen verbesserten die Spielstruktur so sehr, dass hinter Neunkirchen die Vizemeisterschaft erkämpft werden konnte. Die Strategie des Vereins trug mehr und mehr Früchte. Die Saison 1923/24 endete mit dem dritten Platz, im Süddeutschen Pokal präsentierte man sich noch erfolgreicher. Nach Siegen gegen Trier, Worms und endlich auch Neunkirchen, war nur die Meistermannschaft des 1. FC Nürnberg eine Nummer zu groß. Als bester Saarverein schloss der FVS eine Spielrunde erstmals 1924/25 ab, hinter dem SV Wiesbaden auf dem zweiten Rang. Die erste Meisterschaft folge prompt, mit einem Punkt vor Mainz 05. Die anschließende Endrunde um die süddeutsche Meisterschaft verlief allerdings nicht ganz so erfolgreich. Nur ein Sieg sprang bei den Partien gegen Fürth, Bayern München, FSV Frankfurt, VfR Mannheim und den FV Karlsruhe heraus. Aber, der FVS war auf der großen Bühne des deutschen Fußballs angelangt. Im Jahr darauf schloss Saarbrücken dann hinter Mainz auf dem zweiten Platz ab, konnte allerdings das 25-jährige Bestehen wieder mit einer Meisterschaft feiern. Die Malstatter gehörten aber nach wie vor nicht zu den ganz großen Mannschaften, die Endrunde war wieder nicht von großem Erfolg gekrönt. Passend zum Jubiläum wurden aber alle Mannschaften des FVS in ihrer Klasse Meister. Ein großer Erfolg im Jubiläumsjahr.

Es war ein schwieriger Start in den ersten 25 Jahren der Vereinsgeschichte. Der erste Weltkrieg sorgte zwischenzeitlich für den Stillstand in Deutschland, doch der Fußball erholte sich schnell. Nach der ersten Meisterschaft im Jahr 1926 legte der FVS zum 25-jährigen Bestehen einen weiteren Titel nach, es sollten nicht die letzten bleiben.

Das Jubiläum des 25-jährigen Bestehens und die zweite Meisterschaft wurden groß gefeiert. Das jedoch offensichtlich etwas zu ausgiebig. Der Erfolg aus dem Vorjahr Das FCS-Team 1930konnte nicht bestätig werden und am Ende stand nur der fünfte Platz zu Buche. Doch bereits in den folgenden Spielzeiten zeigte die Tendenz wieder nach oben, zunächst Rang drei, dann der zweite Platz. Ein Verdienst von Trainer Toni Unseld, der dem Team neue spielerische Impulse vermittelte. Schnelles Kurzpassspiel aus einer verstärkten Deckung prägte die Spielweise. Unantastbar war zu dieser Zeit aber der FK Pirmasens, der sich auch in der folgenden Spielzeit die Meisterschaft sicherte und den Malstattern nur Platz zwei überlies. Auch Freundschaftsspiele waren ein wichtiger Markierungspunkt des Vereins und man hatte sich – wie es so schön heißt – einen Namen gemacht.

Fußball wurde immer populärer, der DFB zählte mittlerweile mehr als eine Million Mitglieder in knapp 35 000 Vereinen. Die politische Entwicklung in Deutschland sorgte dann aber für grundlegende Veränderungen. Die Nazis „ergriffen“ die Macht, das hatte eine Änderung des Gebietszuschnitts zur Folge. Die alten Landesverbände des DFB wurden aufgelöst und „gleichgeschaltet“. Von nun an hatte das „Fachamt Fußball“ im „Reichsbund für Leibesübungen“ das Sagen. In dem neugebildeten Gau Südwest wurden nur die vier Erstplatzierten der Bezirke Main, Rheinhessen und Rhein-Saar in die Gauliga aufgenommen. Diese neue Liga galt als eine der fußball-stärksten im Deutschen Reich. Und ausgerechnet in diesemPaul Benzmüller (Mitte) Moment hatte unsere Mannschaft einen Schwächeanfall und wurde nur Tabellenfünfter. Es ging also zunächst in der zweiten Liga weiter. Saar 05, Altenkessel, Schaffhausen, Roden und Dillingen hießen die Gegner. Solch geniale Fußballer wie Conen, Sold oder auch Benzmüller kamen in dieser Liga nicht gleich zurecht und der Meistertitel ging an Saar 05. Die folgende Saison wurde mit entsprechend viel Wut im Bau angegangen und ohne Niederlage auf dem ersten Platz abgeschlossen. Auch in der Aufstiegsrunde landete der FVS ganz vorne und fand sich fortan in der Gauliga wieder.

Der zweite Weltkrieg warf im September 1939 dann alle Zukunftspläne über den Haufen. Saarbrücken wurde Frontstadt. Das Leben normalisierte sich dann 1940 wieder und im Herbst des Jahres kam es zu erneuten Verbandsspielen. Der FVS dominierte die Liga und feierte mit 20:8 Punkten und 34:14 Toren klar die Meisterschaft. Wenn auch der Spielbetrieb weiterging, die Verhältnisse waren verworren und kompliziert. Immer wieder wurden Spieler von der Wehrmacht eingezogen. Es gab zwar noch zwei aktive und vier Jugendmannschaften, eine kontinuierliche Arbeit war aber kaum möglich. Das wirkte sich schlussendlich auch auf den Spielbetreib aus. Von 18 Partien wurden nur sieben gewonnen und elf endeten mit einer Niederlage. Erst mit Verstärkungen von den in der Nähe stationierten Soldaten, kehrte der sportliche Erfolg in der folgenden Saison zum FVS zurück und die Gauliga Westmark konnte erneut als Meister abgeschlossen werden.

Die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft war ebenfalls sehr erfolgreich. Zunächst gab es einen Triumph gegen Mülhausen, weiter ging es mit einem Erfolg über Köln und der FVS war im Kampf um den Titel weiter vertreten. Es folgte ein wahrer Fußballkrimi gegen Mannheim. Der VfR drehte nach Saarbrücker Führung zunächst die Partie, doch der FVS meldete sich zurück und markierte noch zwei Tore zum 3:2-Sieg. Im Halbfinale wartete dann Vienna Wien. In zwei vorangegangenen Freundschaftsspielen setzte es jeweils eine Niederlage, diesmal aber nicht. Herbert Binkert und Bubi Sold waren die Torschützen beim 2:1. Das Endspiel war erreicht, doch der Titel sollte nicht mit nach Saarbrücken wandern.

Zur damaligen Zeit waren Auswechslungen nicht vorgesehen. Die Startformation musste das komplette Spiel bestreiten. Schlecht für den FVS, denn Karl Decker Endspiel im Berliner Olympiastadion gegen Dresdenverletzte sich früh und es ging für ihn nicht mehr weiter. Dennoch war der Favorit aus Dresden der Verzweiflung nahe. Herberger setzte ein Geschoss an die Latte, sonst wäre es mit einer Führung für den FVS in die Kabine gegangen. So machte sich am Ende der Kräfteverschleiß bemerkbar und der DSC siegte mit 3:0. Dennoch ein großer Erfolg. „Von ganz Deutschland Zwetter“, lautete die Schlagzeile in der Saarbrücker Zeitung. Saarbrücken und der gesamte Landstrich waren stolz auf die Mannschaft.

Eine Meisterschaft folgte noch in der Gauliga Westmark. Es waren die letzten Spiele des FV Saarbrücken. Aufgrund der Luftangriffe folgte die Evakuierung und es war nur eine Frage der Zeit, bis Saarbrücken wieder Frontstadt wurde. Es war der endgültige militärische und politische Zusammenbruch Hitlerdeutschlands. Die Vereinsführung war nur noch in Teilen funktionsfähig und es blieb nur die Hoffnung auf einen Neuanfang, nach jenem politischen Irrweg, den Deutschland zu seinem eigenen Verderben eingeschlagen hatte.

Einer der spektakulärsten, wenn auch zugleich schwersten Abschnitte war die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Zunächst wurde dem FV Saarbrücken von der Regierung im August 1945 erlaubt, den Sportbetrieb wieder provisorisch aufzunehmen. Wenig später, am 6. Oktober, aber angeordnet, die alten Vereine aufzulösen. In der ersten außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde am 25. November 1945 der FVS dann einstimmig aufgelöst und ebenfalls ohne Gegenstimmen der „1. Fußball-Club-Saarbrücken“ gegründet. Damit war der heutige FCS geboren.

Wie sich die Zeiten zu damals geändert haben, ist auch aus dem Protokoll der Weihnachtsfeier ersichtlich, in dem es hieß: „Für Kuchen fehlten leider Zucker und Mehl!“. Unter dem Vorsitzenden Hans Helmer, dem Sachbearbeiter für Presse Hermann Neuberger und Arthur Dreher als Vergnügungswart gab es dennoch ein zünftiges Fest. Durch Spenden wurden ein halbes Pfund Bohnenkaffee, Kerzen, Taschenmesser, Rasierapparate samt Klingen, Briefpapier und Zigaretten aufgetrieben, dazu auch 65 Flaschen Wein, die den Gästen zur Verfügung gestellt wurden. Was heute bei dem einen oder anderen für einen Schmunzler sorgt, war harte Arbeit.

Im Fokus sollte aber weiterhin das Sportliche stehen und die ersten beiden Partien wurden direkt erfolgreich gestaltet. In zwei Freundschaftsspielen gegen Neunkirchen (5:0) und Altenkessel (3:0) meldete sich der FCS mit Siegen zurück. Ende des Jahres vereinbarten die alten Oberligavereine eine Fußballrunde nach Punktwerten. In den 18 Partien gegen Mainz, Ludwigshafen, Bingen, Pirmasens, Idar, Kaiserslautern, Frankenthal, Worms und Neunkirchen wurden 15 Siege gelandet, dazu ein Remis und zwei Niederlagen. Mit 69:16 Toren und 31:5 Punkten wurde die Runde vor dem 1. FC Kaiserslautern und dem VfB Neunkirchen auf dem ersten Platz der Französischen Zone / Nord abgeschlossen. Im Südteil setzte sich der SV Rastatt durch und beide Mannschaften spielten um die Fußballkrone in der französisch besetzten Zone. Durch einen 5:0-Sieg in Saarbrücken und ein 4:4 in Rastatt holte der FCS den Titel ins Saarland. Die Meisterschaft wurde von ZehntausendeFCS-Team 1948/49n frenetisch gefeiert und im Jahr der mühseligen Aufbauarbeit, durch die Nachwehen des Zweiten Weltkrieges, hatte sich der FCS erneut das Ansehen der Bevölkerung verschafft, das er als FVS in den vier Jahrzehnten vorher bereits erworben hatte. Die entscheidenden Tugenden waren Kameradschaft, Begeisterungsfähigkeit, Idealismus und die nie erlöschende Liebe zum Fußballsport.

In der Zonenliga folgten ein dritter und ein zweiter Platz. Sportlich präsentierte man sich somit erfolgreich. Durch die politische und wirtschaftliche Abtrennung des Saarlandes von Deutschland wurde der FCS allerdings in eine schwierige Situation gebracht. Der Spielbetreib mit den anderen Mannschaften wurde untersagt. Ab Mai 1948 galt das auch für Freundschaftsspiele. Die Führungsriege suchte deshalb nach neuen Möglichkeiten, um den mittlerweile 2 000 Mitglieder starken Club mit seinen vierzehn Abteilung – neben dem Fußball waren das die Abteilungen Handball, Hockey, Rollschuh, Leichtathletik, Boxen, Radsport, Schach, Billard, Tischtennis, Sommerspiele, Ringtennis, Rudern und Reiten – finanziell über die laufende Spielzeit zu bringen. Ein glücklicher Umstand wurde am Schopf ergriffen, der allerdings eine mehrfache NHerbert Binkerteuorientierung des Vereins erforderte. Angoulême, ein Verein in der zweiten französischen Division, war in Folge finanzieller Probleme nicht in der Lage, eine Mannschaft für die Meisterschaftsrunde zu stellen. Der FCS handelte schnell und stellte mit Einverständnis der 4. Jahreshauptversammlung den Antrag beim französischen Fußballverband, an deren Stelle die freigewordenen Termine in der Meisterschaftsrunde der 2. Division zu übernehmen. Diesem Antrag wurde mit der Einschränkung stattgegeben, dass der 1.FCS nur als inoffizieller Gast an dieser Meisterschaftsrunde teilnehmen sollte. Die neue Situation verlangte eine weitere wichtige Entscheidung. In der 2. Division wurden nur Clubs zugelassen, die eine Profimannschaft unterhielten. Präsident Hans Helmer sah keine andere Möglichkeit, als dies in die Wege zu leiten. Am 26. Juli 1948 wurde auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Satzung geändert und dem Vorstand die Erlaubnis erteilt, eine Vertragsspielerabteilung ins Leben zu rufen. Damit betrat der FCS als erster deutscher Verein absolutes Neuland. Im Nachhinein eine kluge und weitsichtige Entscheidung der Verantwortungsträger.

Aus sportlicher Sicht war es auch ein erfolgreicher Ausflug ins Nachbarland. In 37 Spielen wurden 26 Siege verbucht, dazu kamen noch sieben Remis und nur vier Niederlagen. Unter den zehn besten Torschützen waren alleine sieben FCS-Kicker zu finden. Ganz vorne rangierte Herbert Binkert zusammen mit Libar aus Bordeaux mit je 41 Treffern. Dazu waren Peter Momber (27), Karl Berg (21), Franz Immig (12), Robert Schreiner (11) und Jockel Balzert (10) in den Top Ten vertreten.

Neben dem Alltag in der 2. Division gab es auf dem Kieselhumes auch immer wieder Fußball der europäischen Spitzenklasse. Hayduk Split war mit Wunderstürmer Vukas zu Gast (3:2), Charlton London kam zu einer Stippvisite nach Saarbrücken (0:1) und auch gegen den frisch gebackene französische Meister Racing-Club de Paris wurde gespielt (4:1). Es sollten nicht die letzten bleiben, Freundschaftsspiele und der „Internationale Saarland-Pokal“ sollten die kommenden Jahre prägen.

Nachdem der 1. FC Saarbrücken in der vorangegangen Spielzeit inoffiziell in der zweiten französischen Division antrat, lag jetzt ein Antrag zur offiziellen Teilnahme beim französischen Fußballverband vor. Wahrscheinlich auch mit dem politischen Motiv, das Saarland auch sportlich immer stärker an Frankreich zu binden, wurde diesem vom Sekretariat des FFF zunächst zugestimmt. Daraus entstanden allerdings heftige innerfranzösische Konflikte, die Vorbehalte gegen Deutschland waren offensichtlich noch zu groß und wurden auf das Saarland übertragen. Jules Rimet, der das Vorhaben energisch unterstützt hatte, wurde als Präsident des FFF abgewählt und die Genehmigung wurde wieder zurückgezogen.

Das Frankreich-Abenteuer war damit gescheitert und der 1.FCS befand sich mit seinen mittlerweile fast 2 000 Mitgliedern und zwölf Sparten in einer misslichenEinlauf beim Endspiel um den Internationalen Saarlandpokal Situation. Schulden gab es zwar keine, aber auch regelmäßige Einnahmen aus einem attraktiven Spielbetrieb standen nicht in Aussicht. In dieser schwierigen Lage wurde 1949 der „1. Internationale Saarlandpokal“ geboren. Die Industrie des Saarlandes spendete zwei Millionen Franken und die Stadt Saarbrücken die Pokale. Der FCS war nun in der Lage, interessante Gegner nach Saarbrücken einzuladen. Die besten vier Teams spielten dann den Gewinner aus. Es wurde der 1. FC Saarbrücken. Im Endspiel konnte Stade Rennais Rennes auf dem Kieselhumes mit 4:0 besiegt werden. Dritter wurde übrigens Hajduk Split nach einem 3:2 über den FC Metz.

Trotz der sportlichen Erfolge gab es finanzielle Engpässe zu überwinden, denn die erhofften Einnahmen durch den Saarland-Pokal blieben aus. So wurden zwischen den Pokalspielen immer wieder nationale und internationale Freundschaftsspiele ausgetragen. Eines der Highlights war dabei im Oktober 1949 eine Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern. Vor einem Zuschauerrekord von über 30 000 Besuchern ging das Spiel zwar 3:5 verloren, doch die sportliche Sperre zu dem ehemaligen Verbandsgebiet war durchbrochen. Es folgten unter anderem noch Begegnungen gegen St. Pauli (1:5), Frankfurt (2:2), Offenbach (2:3) und auch eine erste Bekanntschaft mit dem südamerikanischen Fußball wurde bei der Partie gegen den FC Old-Boys Buenos-Aires (2:2) gemacht. Der FCS war ein sehr gefragter Testspielgegner, denn auch die Schweizer Nationalmannschaft (2:1) trat in Zürich gegen die Blau-Schwarzen an.

Eine weitere große internationale Bewährungsprobe stand noch bevor. Der FCS wurde ganz überraschend zum Osterturnier nach Barcelona eingeladen und sicherte Der FCS in Barcelonasich dort den zweiten Platz. Es folgte Höhepunkt auf Höhepunkt. Am 31. Mai 1950 stattete der FC Liverpool einen Besuch auf dem Kieselhumes ab. Die 25 000 Zuschauer sahen ein starkes Saarbrücker Team, das mit 3:0 die Oberhand behielt. Die Saison war insgesamt von zahlreichen internationalen Freundschaftsspielen geprägt und der damit verbundenen internationalen Anerkennung. Die finanziellen Probleme wurden aber nicht geringer. Nur äußerste Sparmaßnahmen hielten den FCS über Wasser.

Daran sollte sich auch in der nächsten Saison wenig ändern. Saarbrücken konnte weiterhin nicht an einer nationalen Meisterschaft teilnehmen. Die internationale Welt stand zwar offen, doch das war nur eine Lösung auf Zeit. In Ermangelung sportlicher Alternativen ging es deshalb zum zweiten Mal um den Internationalen Saarlandpokal, allerdings in modifizierter Form. Neunkirchen war jetzt ebenfalls Gastgeber und Veranstalter. Es fehlte allerdings der Reiz, Punktspiele in einer Meisterschaftsrunde austragen zu können. Die Zuschauer blieben fern und die finanzielle Situation spitzte sich weiter zu. Was zum Saisonende dazu führte, dass der Wettbewerb zu den sportlichen Akten gelegt wurde. Aufgrund der angespannten finanziellen Situation musste sogar die Endrunde abgesagt werden.

Aber der bunte Reigen an Freundschaftsspielen ging weiter und der FCS wurde zu einem internationalen Zugpferd. „Die interessanteste Fußballmannschaft Europas“, ließ sich Jules Rimet, der mittlerweile FIFA-Präsident war, zitieren. Nach einem Auftritt bei Athletico Bilbao (4:0) waren die Spanier sogar derart begeistert, dass in einer Bar „Cocktail El Saarebruck“ serviert wurde. Nicht weniger erwähnenswert ist auch der 4:0-Sieg bei Real Madrid im ehrwürdigen Stadion Chamartin vor 50 000 Zuschauern durch die Treffer von Balzert, Clemens, Binkert und Prieur. Es folgte die Einladung zum „Festival of Britain“ mit Partien gegen Liverpool (1:1), Grimsby Town (2:1) und Chesterfield (1:3). Weiter ging es mit einer Skandinavienreise. Innerhalb von nur dreizehn Tagen wurden dort sechs Spiele absolviert, mit dem Ergebnis von vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage. Zum Abschluss der Saison war dann noch der amtierende Westdeutsche Meister Schalke 04 zu Gast in Saarbrücken. Die Blau-Schwarzen spielten vor 20 000 Zuschauern wie im Rausch und siegten mit 5:0.

Der 1. FC Saarbrücken hatte sich in den vergangenen Jahren vor allem durch internationale Freundschaftsspiele einen Namen gemacht. Doch ab der Spielzeit 1951/52 ging es endlich wieder in der Meisterschafsrunde der Oberliga Südwest weiter. Hermann Neuberger trickste den FCS sozusagen zurück in den deutschen Spielbetrieb. Der Saarländische Fußballverband bestand auf seinen Beschluss, Neunkirchen und Saarbrücken wieder in der Oberliga Südwest spielen zu lassen, die Entscheidung darüber wurde der FIFA zugeschoben. Damit gelang es Neuberger eine knappe Mehrheit zu erreichen und die erhoffte Genehmigung zur Teilnahme zu organisieren.

Trotz allem internationalen Glanz der Vorjahre waren alle Beteiligten froh, endlich wieder eine Saison im unwiderstehlichen Reiz einer Meisterschaftsrunde austragen zu können. Die sportlichen Prognosen der Experten und der Sportpresse waren dabei alles andere als optimistisch. Wenn man die vorangegangenen Jahre als Lehrjahre bezeichnen wollte, galt es sich jetzt zu bewähren. Zu Beginn der Spielzeit lief es nicht besonders verheißungsvoll. Die Kinderlähmungsepidemie im August 1951 führte dazu, dass der Trainings- und Spielbetrieb kurzfristig eingestellt werden musste. Doch bereits am 9. September lief der Spielbetrieb wieder auf vollen Touren und der FCS bot seiner Anhängerschaft und der staunenden Öffentlichkeit mitreißende und erfolgreiche Spiele. Satte 23 von insgesamt 30 Spielen wurden gewonnen. Neben vier Unentschieden mussten nur drei Niederlagen hingenommen werden. Die Blau-Schwarzen schlossen die Saison vor TuS Neuendorf und dem 1. FC Kaiserslautern auf dem ersten Platz ab und machten damit direkt im ersten Jahr nach der Rückkehr in die Oberliga Südwest ihr Meisterstück.

Jetzt ging es aber erst richtig los, denn nun begann der Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Der FCS aus dem abgetrennten Saarland, traf in den Gruppenspielen mit dem FC Schalke 04, dem 1. FC Nürnberg und dem Hamburger SV auf die Elite Deutschlands. Es erschien kurios, da das Saarland als Mitglied der FIFA eine eigene Nationalmannschaft hatte, gegen die sich Deutschland für die WM qualifizieren musste. Darüber machte sich der FCS aber keine Gedanken und sicherte sich mit vier Siegen das Finalticket. Ein Ergebnis, das niemand auch nur in den kühnsten Träumen erwartet hatte.

Zum zweiten Mal stand man im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, diesmal ging es gegen den VfB Stuttgart. Das Spiel wurde nach einer 1:0-Führung noch denkbar knapp mit 2:3 verloren. Gegen Ende der Partie zog sich Verteidiger Theo Puff sogar das Torwarttrikot über, da es für den etatmäßigen Keeper Erwin Strempel verletzungsbedingt nicht mehr weiter ging.

Der Empfang in SaarbrückenTrotz der Niederlage bereiteten die ganze Region, das Land und die Stadt Saarbrücken den Spielern einen triumphalen und unvergesslichen Empfang. Das Leben stand kurz still, denn mehr als hunderttausend begeisterte Menschen hatten alles stehen und liegen gelassen und säumten die Straßen von der Stadtgrenze bis zum Rathaus. Dort versammelte sich alles was Rang und Namen hatte und aus der Hand des damaligen Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann erhielt jeder Spieler eine goldene Uhr. Darüber hinaus hatte das saarländische Parlament aufgrund der fabelhaften Leistung beschlossen, mit einem Finanzvolumen von 80 Millionen Franken den Ausbau des Ludwigsparkstadion voranzutreiben.

Der 1. FC Saarbrücken schwebte auf der Höhe des sportlichen Erfolgs, konnte sich aber auch genau deswegen nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Statt in den Urlaub ging es zur „Copa del Rio“ nach Rio den Janeiro. Die Früchte im Fußball-Dorado Südamerika hingen allerdings hoch und es mussten neben einem Sieg gegen Austria Wien Niederlagen gegen Sao Paulo und Liberdad Asuncion verbucht werden. Es gab noch eine weitere ehrenvolle Einladung. Der Königlich-Niederländische Fußballverband lud den FCS zu einem Trainingsspiel gegen die holländische Nationalmannschaft in Amsterdam ein. Vor 45 000 Zuschauern behielten die Blau-Schwarzen mit 3:2 die Oberhand. Ein sportlicher Triumph, der viel Ehre einbrachte und neue Freunde vermittelte, aber in der bereits laufenden Saison 1952/53 viel Kraft kostete. Punktgleich mit dem Zweiten TuS Neuendorf schloss man auf dem dritten Rang ab.

Im Jahr des 50-jährigen Bestehens gab es zwar keinen Meistertitel, dafür aber nach fast zehnjähriger Unterbrechung ein Wiedersehen mit dem Ludwigspark. Bei der Premiere im fertig gestellten Stadion konnten 30 000 Fans einen 3:1-Erfolg über Rot-Weiß Essen bejubeln. Erfolgreich wurde nicht nur diese Partie gestaltet, der FCS setzte sich über Jahre im oberen Drittel der Tabelle fest und bilanzierte einen zweiten Rang, schloss drei Mal auf Platz drei ab und wurde zudem je einmal Vierter, Fünfter und Achter. Ihr Meisterstück in der Oberliga Südwest machten die FCS-Kicker dann in der Spielzeit 1960/61 wieder. In der Gruppenphase zur Ermittlung der Endspielteilnehmer landete man aber nur auf dem vierten Rang. In der Oberliga ging es mit dem dritten Platz weiter, ehe das Jahr vor der Einführung der Bundesliga auf dem fünften Platz abgeschlossen wurde.

Es war auch ein Zeitraum, in dem der FCS auf internationaler Ebene nicht nur durch Freundschaftsspiele auf sich aufmerksam machte. Als Vertreter des wirtschaftlich an Frankreich angegliederten selbstständigen Saarlandes war der FCS 1955/56 im Europapokal vertreten. Die Malstatter zogen ein Traumlos und durften sich mit dem AC Mailand messen. Unvergessen bleibt der 4:3-Sieg im San Siro Stadion, bei dem sich Peter Krieger, Waldemar Philippi, Karl Schirra und Herbert Martin treffsicher zeigten. Im Rückspiel siegten aber die Italiener und das frühzeitige Aus war besiegelt.

Die sechziger Jahre standen in Deutschland sportlich ganz im Zeichen der Gründung der Fußball-Bundesliga. Der 1. FC Saarbrücken war mit dabei. Durch zahlreiche nationale Erfolge, die Auftritte bei den internationalen Freundschaftsspielen und auch im Europapokal hatte sich der FCS einen Namen gemacht und durfte sich jetzt in der neuen Spielklasse mit 15 weiteren Teams auf bundesdeutscher Ebene messen.

Schon der Auftakt lief allerdings nicht sonderlich erfolgreich. Mit dem 1. FC Köln war der Meisterschaftsfavorit am ersten Spieltag zu Gast im Ludwigspark und sicherte sich durch einen 2:0-Sieg auch gleich die ersten Punkte. Nach fünf Spieltagen war der FCS am Tabellenende angekommen und behielt die „Rote Laterne“ auch bis zum Saisonende. Zwischendurch flackerte immer wieder ein Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt auf, wie nach dem Remis in Braunschweig (2:2) oder dem Auswärtssieg in Bremen (3:0). Doch zum Rundenende war der Abstieg besiegelt. Nach nur einer Saison musste die Eliteklasse, unter Wert geschlagen, wieder verlassen werden.

In den folgenden Spielzeiten versuchte der FCS immer wieder über Meisterschaft und Aufstiegsrunde den erneuten Sprung in die Bundesliga zu schaffen. Doch immer wieder gab es sportliche und finanzielle Rückschläge, sodass man zehn Jahre in der Regionalliga Südwest verbringen musste, ehe es in der 2. Liga weiterging. Die Entscheidung, dass der FCS dort antreten darf, fiel allerdings nicht auf dem Platz, sondern am grünen Tisch zwischen dem SV Alsenborn und den Blau-Schwarzen. In einem Bewertungssystem, das die letzten fünf Jahre einbezog, hatte der 1.FCS sportlich gesehen schlechte Karten. Alsenborn hatte drei Südwest-Meisterschaften vorzuweisen und damit höchste Bewunderung in ganz Deutschland ausgelöst. Von der technischen und wirtschaftlichen Seite her war der FCS dem SV Alsenborn allerdings überlegen. Stadion, Zuschauerschnitt und Infrastruktur sprachen klar für Saarbrücken. Dazu war auch eine klare sportliche Perspektive zu erkennen, es sollte zurück in die erste Liga gehen. In erster Instanz entschied eine fünfköpfige Nominierungskommission mit 3:2 für Alsenborn. Saarbrücken war geschockt, bestritt jetzt den juristischen Weg und ging in Berufung. Die Berufungsinstanz des Südwestens war der Vorstand des Regionalverbandes Südwest. Hier wurden jetzt nicht nur dieDie Ehrenrunde nach der Meisterschaft 1975/76 sportlichen, sondern auch die wirtschaftlichen, technischen und infrastrukturellen Faktoren bewertet. Bei einer Enthaltung entschied die Kommission mit 6:2 Stimmen für den FCS. Es ging aber noch weiter, denn damit wollte sich Alsenborn nicht abfinden und am 19. Juli 1974 stand nach einem Beschluss des DFB-Bundesgerichtes endgültig fest, dass der FCS Mitglied der 2. Bundesliga Süd wird. Am Ende der Spielzeit betrug der Rückstand auf den Karlsruher SC auf dem ersten Platz neun Punkte, doch in der folgenden Saison ging es dann zurück in die Eliteklasse.

Unvergessen ist bis heute der 6:1-Sieg über den FC Bayern München im Jahr der Rückkehr in die Bundesliga. Auch der trug dazu bei, dass die Blau-Schwarzen auf dem 14. Platz abschlossen und im zweiten Anlauf die Bundesliga halten konnten. 1977/78 lief es dann nicht nur sportlich alles andere als rund. Auf dem vorletzten Tabellenplatz musste die Eliteklasse wieder verlassen werden und nur durch Verkäufe von Spielern wie Werner Lorant oder Roland Stegmayer konnte die Lizenz für die zweite Liga erwirkt werden. So ging es auch in der folgenden Spielzeit weiter. Ein Neuanfang sollte her, doch der missglückte. Sportlich reichte es im Endeffekt noch zu einem Platz im Mittelfeld, doch die Lizenz für die 2. Liga konnte wieder erst in allerletzter Sekunde erreicht werden. Die permanenten Finanzsorgen konnten erst in der Saison 1980/81 durch einen gelungenen Coup gelindert werden. Der Wolfenbütteler Likörfabrikant Günter Mast hatte mit seiner Renommiermarke „Jägermeister“ in den Bundesligajahren als Brustsponsor die große Werbewirksamkeit des 1.FCS erfahren und schloss mit dem Verein einen Fünf-Jahres-Vertrag ab. Er übernahm 800.000 DM der 1,8 Millionen DM Schulden.

Sportlich lief dagegen wenig zusammen und die Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga wurde verpasst. Es ging in der Amateur-Oberliga Südwest weiter, ehe in der Saison 1982/83 über die Meisterschaft und die folgende Aufstiegsrunde das Ticket für die 2. Bundesliga gelöst wurde. Dort konnte im zweiten Jahr die Rückkehr in die Bundesliga gefeiert werden. Die Aufenthaltsdauer war aber, wie bei der ersten Stippvisite, auf eine Spielzeit begrenzt. Es folgten sechs Jahre in der zweiten Liga, ehe es in der Spielzeit 1992/93 wieder in der Bundesliga um den Klassenerhalt ging.

Nach dem neuerlichen Abstieg ging es in der 2. Bundesliga um die Existenz des Vereins. Sportlich wurde die Klasse mit dem 14. Platz gehalten, doch die Schuldenlast war auf 3,5 Millionen DM angewachsen. Diese waren aber unter der Voraussetzung beherrschbar, dass der sportliche Erfolg und damit die Zuschauer und Sponsoren zurückkehren würden. Der große Crash folgte dann ein Jahr später. Nach einem schlechten Auftakt berappelte sich der FCS und bog auf dem siebten Rang ins Ziel ein. Dafür schlug im Mai 1995 die Nachricht vom Lizenzentzug durch den DFB wie eine Bombe ein. Ein Formfehler – ein nicht ausreichendes Testat der Prüfgesellschaft – war die Ursache. Die Verantwortlichen kämpften noch, doch zuletzt verweigerte der Liga-Ausschuss endgültig die Lizenz und der FCS musste den Der Empfang beim Ministerpräsidenten nach der Rückkehr in die 2. Bundesligabitteren Gang in die Regionalliga antreten.

Das hatte weitere Folgen. Die Schulden, die in der 2. Liga leicht hätten getragen werden können, zogen jetzt den Boden unter den Füßen weg. Die Banken waren in dieser Situation nicht bereit, neue Kredite zu geben, die den Einnahmenausfall hätten ausgleichen können. Der Konkurs drohte. Die Rechtsanwälte Udo Gröner und Günter Crauser entwickelten zusammen mit Reinhard Klimmt ein Sanierungskonzept und präsentierten beim Amtsgericht Saarbrücken den Antrag auf ein Vergleichsverfahren über das Vermögen des FCS, um damit den drohenden Konkurs und den Absturz in die B-Klasse zu verhindern. Als Vergleichsverwalter wurde der St. Ingberter Rechtsanwalt Franz J. Abel eingesetzt. Ihm gelang es, die Gläubiger zu beruhigen und die Liquidität des Vereins und damit den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Eine Saison später war die finanzielle Situation wieder so solide, dass der DFB bei einem Aufstieg die Lizenz für die zweite Liga erteilt hätte. Doch dazu kam es erst 1999/00 nach der Meisterschaft in der Regionalliga Südwest.

Mit der Jahrtausendwende war der 1. FC Saarbrücken zurück in der 2. Bundesliga. Es sollte Kontinuität her, gar von einem Aufstieg in Bundesliga konnte geträumt werden. Los ging es dabei mit einem verheißungsvollen achten Platz in der 2. Liga. Für einen Aufsteiger ein sehr vorzeigbares Ergebnis. Doch bereits die erste Spielzeit verlief nicht ganz nach Plan.

Klaus Toppmöller, der den FCS zurück in den Profifußball führte, wechselte während der Saison 2000/01 Richtung Leverkusen. Der Anfang eines bunten Trainerkarussells mit zahlreichen Übungsleitern. Thomas von Heesen übernahm, er konnte ebenso wie sein Nachfolger Heribert Weber und den auf ihn folgenden Tom Dooley den Abstieg in die Regionalliga nicht verhindern. Horst Ehrmantraut ersetzte Dooley zur Saison 2002/03, wurde aber nach etwas mehr als einem Jahr kurzfristig von Stanislav Levy und Eugen Hach abgelöst, um fünf Monate später zurückzukehren und den Aufstieg in die 2. Liga perfekt zu machen. Diese konnte dann im ersten Jahr gehalten werden, doch die bekanntlich schwierigere zweite Saison war wieder von mehreren Trainern und schlussendlich auch einem Abstieg geprägt. Ehrmantraut musste schon im August 2005 seinen Hut nehmen und Fritz Fuchs agierte zunächst interimsweise als neuer Coach. Das Amt ging dann schnell an Rudi Bommer weiter, der wiederum gegen Rundenende von Didier Philippe abgelöst wurde.

Michael Henke, der sich als Co-Trainer unter Ottmar Hitzfeld einen sehr guten Namen gemacht hatte, übernahm zur neuen Saison 2006/07, blieb aber nur vier Monate. Wieder musste Philippe übernehmen. Es war eines der bittersten Jahre der Vereinsgeschichte, denn trotz einer Mannschaft, die qualitativ das Zeug für die zweite Liga hatte, folgte der Sturz in die Oberliga. Und es folgte ein weiteres mehr als bitteres Jahr. Aufgrund der Ligenreform durch die Einführung der 3. Liga in der kommenden Spielzeit musste mindestens Platz vier erreicht werden, um sich für die Regionalliga zu qualifizieren. Mit diesem Anspruch trat Michael Krüger im Sommer 2007 das Amt als Trainer an, erlag im Winter aber dem Lockruf aus Afrika und schloss sich Al Merreikh Omdurman im Sudan an. Alfred Kaminski übernahm, konnte das Ruder trotz durchschnittlich 2,07 Punkte pro Spiel aber nicht mehr entscheidend rumreißen. Der FCS landete auf Platz fünf und war nur noch in der fünften Liga.

Eine der schwärzesten Stunden der Vereinsgeschichte, doch auch der richtige Zeitpunkt einen Neuanfang zu starten. Dieter Ferner wurde Trainer. Bereits als Spieler war er 1975 nach seinem Wechsel von Rot-Weiß Oberhausen nach Saarbrücken beim FCS aktiv und heuerte 1991 erneut bei den Blau-Schwarzen an. Zunächst übernahm Ferner die erste Mannschaft als Nachfolger von Trainer Klaus Schlappner. Ab Sommer 1991 war er dann als Trainer bei der zweiten Mannschaft aktiv. Später wurde er auch noch Jugendkoordinator und übernahm nach dreijähriger Abstinenz das Amt als Cheftrainer 2008.

Im ersten Jahr war das Ziel klar formuliert, die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Regionalliga sollten her. Das wurde erreicht. Die Blau-Schwarzen siegten sich standesgemäß durch die Liga und mussten erst nachdem die Meisterschaft feststand zum Saisonende hin drei Niederlagen einstecken. Das wurmte allerdings offensichtlich so sehr, dass direkt das nächste Meisterstück folgte. Eines, mit dem zu Saisonbeginn niemand rechnen konnte. Nach zwei Auftaktniederlagen wurde bei Rot-Weiß Essen am dritten Spieltag der erste Sieg gefeiert. So erfolgreich ging es weiter. Es kamen nur drei Niederlagen im weiteren Saisonverlauf hinzu. Der FCS schloss durch eine kompakte Mannschaftsleistung auf dem ersten Platz ab und kam zu der Ehre, im Saarbrücker Rathaus den Aufstieg feiern zu dürfen.

Der Erfolg war für Ferner Fluch und Segen zugleich. Er hatte zwar zusammen mit seinen Mitstreitern den Aufstieg geschafft, musste den Trainerstuhl aufgrund der fehlenden Fußball-Lehrer-Lizenz allerdings abgeben und agierte danach für zwei weitere Jahre als Sportdirektor. Aktuell ist Ferner Vizepräsident und Leiter der AH-Abteilung.

Als Cheftrainer abgelöst wurde er damals von Jürgen Luginger. Nach etwas mehr als drei Jahren war seine Zeit in der vorangegangen Saison in Saarbrücken beendet. Der Klassenerhalt war stark gefährdet und es gelang auch leider nicht mehr, den Bock umzustoßen. Milan Sasic übernahm zunächst das Traineramt und investierte viel Herzblut. Es war allerdings leider nicht von Erfolg gekrönt. Fuat Kilic wurde im Februar 2014 als Cheftrainer installiert. Der Abstieg war nicht mehr zu verhindern.

In der Saison 2014/15 wurde dann vieles richtig angepackt. Erstmals in der Vereinsgeschichte war ein direkter Wiederaufstieg greifbar nah. In den Play-offs zog der FCS aber denkbar unglücklich im Elfmeterschießen den Kürzeren gegen die Würzburger Kickers. Zur folgenden Spielzeit übernahm dann Falko Götz das Ruder und übergab Anfang März an Taifour Diane. Die erneute Qualifikation für die Relegation war zu diesem Zeitpunkt aufgrund des Rückstandes nur noch schwer zu realisieren. Und deshalb galt es, sich zur Saison 2016/17 neu aufzustellen.