Großer Pokalfight wird nicht belohnt
Der 1. FC Saarbrücken musste sich dem Zweitligisten Hertha BSC in der ersten Runde des DFB-Pokals geschlagen geben. Trotz großem Pokalfight der Blau-Schwarzen stand am Ende eine 3:5-Niederlage nach Elfmeterschießen.
Cheftrainer Argirios Giannikis veränderte seine Startelf im Vergleich zu den ersten zwei Ligaspielen auf einer Position. Kevin Broll rückte anstelle von Matteo Bignetti zwischen die Pfosten.
Die Gäste aus Berlin wollten ihre Favoritenrolle direkt untermauern und bestimmten das Geschehen. Der FCS musste ganz viel Arbeit gegen den Ball leisten. Ganz früh ergab sich dennoch bereits die erste Chance für das Team aus der Hauptstadt. Nach einem Freistoß kam Sebastian Andersen etwas glücklich an die Kugel. Broll parierte jedoch stark (3.). Kurz darauf musste er sich erneut auszeichnen. Josip Brekalo steckte zu Deyovaisio Zeefuik durch. Den Versuch aufs kurze Eck fischte Broll weg (4.).
Das Giannikis-Team setzte auf schnelle Gegenstöße und kam nach zehn Minuten erstmals gefährlich auf. Abdenego Nankishi leitete stark ein, Daniel Gleiber bediente Florian Pick halbrechts. Der zog in den Strafraum, sein Schuss blieb jedoch in der Abwehrreihe hängen.
Dann war wieder die Hertha an der Reihe. Zeefuik erwischte eine abgefälschte Flanke links im Strafraum, nahm Maß, traf mit seinem Schlenzer aber nur den Querbalken (16.).
In der Folge wurde es vor den Toren etwas ruhiger, insbesondere weil die Blau-Schwarzen defensiv geschlossen agierten. Nach vorne wollte es aber weiterhin nicht so richtig funktionieren. Broll spielte einen langen Ball auf Nankishi, der Gegenspieler Zeefuik zunächst stehen ließ, aber doch nochmal eingeholt wurde und nicht abschließen konnte (36.).
Ende des ersten Durchgangs sah das anders aus. Christian Kühlwetter bereitete sehenswert vor. Wieder war es Nankishi, der auf die Reise geschickt wurde. Diesmal stand nur Keeper Marius Gersbeck im Weg (42.).
Der zweite Abschnitt startete erneut mit Möglichkeiten für Berlin. Julian Eitschberger verzog noch deutlich (50.). Gegen Kevin Sessa musste Broll aber sein Können auspacken und kratzte den Ball aus dem Eck (51.). Auch aus 20 Metern lief es für Sessa nicht besser (55.).
Nach exakt einer Stunde nahm Giannikis die ersten Änderungen vor. Gleiber und Alexander Staff verließen den Platz und wurden durch Kai Brünker und Sebastian Vasiliadis ersetzt.
Bevor diese Beiden eingreifen konnten, ging zunächst das Duell Broll gegen Sessa weiter. Aus kurzer Entfernung blieb erneut Broll der Sieger (62.). Auch Jon Dagur Thorsteinsson zielte nicht genau genug (68.). Aber dann musste sich Broll doch geschlagen geben. Paul Segun schweißte den Ball aus der Distanz zur Gäste-Führung ins Netz (69.).
Mit der Einwechslung von Kelsey Owusu für Nankishi ging es in die Schlussviertelstunde. Und der FCS stemmte sich gegen die Niederlage. Owusu ging steil, doch Zeefuik brachte beim Schuss gerade noch den Fuß dazwischen, sodass Gersbeck nicht eingreifen musste (78.). Auf der Gegenseite traf Sessa nur auf das Netz (80.).
In der 84. Minute brachte Giannikis nochmals frische Beine. Calogero Rizzuto und Abdoulaye Kamara kamen für Niko Bretschneider und Kühlwetter.
Die letzten Sekunden brachten dann nochmal bestes Pokaldrama. Farid Alfa-Ruprecht scheiterte an Broll (89.). Im Gegenzug steuerte Brünker dann frei auf Gersbeck zu. Der letzte Kontakt vor dem Abschluss misslang jedoch und so war die Chance auf den Ausgleich erstmal dahin (89.). Und dann kam sie doch! Und wie! Fahrner nahm eine abgewehrte Ecke mit der Brust runter und hämmerte die Kugel aus 18 Metern zum 1:1 ins Tor (90.).
In der Verlängerung ergab sich früh eine Möglichkeit für Pascal Klemens. Sein Kopfball ging jedoch links vorbei (92.). Ansonsten gefährliche Ansätze auf beiden Seiten, jedoch ohne Abschlüsse. So stand es nach 105 Minuten weiterhin 1:1. Auch der zweite Teil der Extrazeit sollte keinen Sieger hervorbringen. Broll rettete in der 112. Minute das Remis. Luca Schuller zog ab, Broll warf sich entgegen und klärte mit dem Kopf. Mehr klare Gelegenheiten blieben aus. Die Entscheidung musste vom Punkt fallen.
Berlin begann. Brekalo versenkte rechts unten. Mladen Cvjetonivic wählte das andere Eck und glich aus. Linus Gechter brachte Hertha erneut in Front, obwohl Broll mit den Fingerspitzen dran war. Ausgerechnet Kapitän Pick traf nicht. Gersbeck parierte per Fuß. Schuler baute die Führung für die Gäste aus. Rizzuto schloss umgehend an. Jetzt war Sessa an der Reihe. Diesmal konnte er Broll überwinden. Brünker musste jetzt treffen, doch Gersbeck hechtete ins Eck und parierte zum 3:5–Sieg der Hertha.
