1. FC Saarbrücken e.V. warnt vor existenzbedrohenden Folgen der geplanten Gebührenregelung
Der 1. FC Saarbrücken e.V. sieht die geplante Beteiligung von Profifußballvereinen an den Kosten für zusätzliche Polizeieinsätze bei Großveranstaltungen mit Risikopotenzial mit großer Sorge. Nach den Plänen der Landesregierung sollen die Kosten für entsprechende Polizeieinsätze künftig nicht mehr allein durch den Staat getragen, sondern teilweise den betroffenen Vereinen auferlegt werden. Für den 1. FC Saarbrücken e.V. würde dies eine erhebliche zusätzliche finanzielle Belastung bedeuten, die im schlimmsten Fall sogar existenzbedrohende Auswirkungen haben kann.
Die zu erwartenden Kosten im sechsstelligen Bereich würden unsere finanziellen Handlungsspielräume massiv einschränken. Geld, das heute in Mannschaft, Nachwuchsarbeit, Infrastruktur, Prävention, Personal und Sicherheit investiert wird, würde künftig für zusätzliche Gebühren gebunden. Die Konsequenz daraus wäre, dass diese Kosten auch an unsere Fans weitergegeben werden müssten – was für uns aber definitiv keine Lösung sein kann. Denn: Fußball muss auch künftig für breite Teile der Gesellschaft zugänglich und finanziell leistbar bleiben. Wenn die zusätzlichen Kosten allerdings nicht an die Zuschauer weitergegeben werden sollen, müssen sie, wie bereits erwähnt, an anderer Stelle im Verein aufgefangen werden. Dies würde die Entwicklung und das wirtschaftliche Fundament des Vereins spürbar beeinträchtigen.
Hinzu kommt, dass eine solche Regelung die Vereine in Deutschland nicht gleichermaßen betrifft. Während Vereine in Bundesländern ohne vergleichbare Kostenbeteiligung ihre finanziellen Mittel weiterhin in die sportliche und strukturelle Entwicklung investieren können, würden dem 1. FC Saarbrücken e.V. – dem nach aktueller Einschätzung nach einzig betroffenen Verein im Saarland – zusätzliche Mittel entzogen. Dadurch entsteht ein Wettbewerbsnachteil, der nicht durch sportliche Unterschiede, sondern durch unterschiedliche staatliche Rahmenbedingungen verursacht wird.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, welchen konkreten Beitrag eine Gebührenregelung zur Verbesserung der Sicherheitslage leistet. Die Regelung setzt erst dann an, wenn ein erhöhtes Sicherheitsrisiko festgestellt und ein zusätzlicher Polizeieinsatz für erforderlich gehalten wurde. Und die Entscheidung darüber, wie viele Polizeikräfte wirklich benötigt werden und ob eine Partie tatsächlich ein Risikospiel ist, trifft die Polizei – der 1. FC Saarbrücken e.V. hat diesbezüglich kein Mitspracherecht. Die Regelung trägt damit zunächst nicht dazu bei, Gewalt zu reduzieren oder Polizeieinsatzstunden zu vermeiden, sondern verteilt lediglich die daraus entstehenden Kosten neu.
Aus unserer Sicht sind Prävention, Kommunikation und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten der sachgerechtere Weg. Der 1. FC Saarbrücken e.V. übernimmt seit Jahren Verantwortung für die Sicherheit rund um seine Spiele und arbeitet vertrauensvoll mit Polizei, Innenministerium, Kommunen und weiteren Sicherheitsbehörden zusammen. Die im Saarland bestehenden Stadionallianzen bieten hierfür einen wichtigen Ansatz. Ziel sollte es sein, gemeinsam konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die die Sicherheitslage, vor allem aber den Spieltagesablauf verbessern und gleichzeitig dazu beitragen, Polizeieinsätze auf das notwendige Maß zu reduzieren.
Bei der Diskussion über die geplante Gebührenregelung sollte zudem die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des 1. FC Saarbrücken e.V. für das Saarland und die Stadt Saarbrücken berücksichtigt werden. Der Verein hat deshalb ein Gutachten zu den regionalökonomischen Auswirkungen des 1. FC Saarbrücken e.V. auf das Saarland und die Stadt in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen voraussichtlich Ende Oktober präsentiert werden können. Das Gutachten wird aufzeigen, welche erheblichen wirtschaftlichen Effekte der Verein für das Saarland und die Stadt Saarbrücken erzeugt und dass mit dem FCS jährlich Millionen an zusätzlicher regionaler Wertschöpfung und Einnahmen verbunden sind.
Vor diesem Hintergrund appelliert der 1. FC Saarbrücken e.V. an die Landespolitik, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der geplanten Regelung im weiteren parlamentarischen Verfahren umfassend zu berücksichtigen und von einer zusätzlichen finanziellen Belastung der Vereine abzusehen.
Der 1. FC Saarbrücken e.V. ist selbstverständlich bereit, weiterhin Verantwortung für Sicherheit und Prävention zu übernehmen und gemeinsam mit der Landesregierung, der Polizei und den Kommunen an tragfähigen Lösungen zu arbeiten. Aus unserer Sicht sollten dabei jedoch Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit sowie des Spieltagesablaufs und zur Vermeidung von Polizeieinsätzen im Mittelpunkt stehen – nicht die nachträgliche Verlagerung staatlicher Kosten auf einzelne Vereine.
Der Vorstand des 1. FC Saarbrücken e.V.