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FCS wird trotz starker Moral nicht belohnt

Der 1. FC Saarbrücken erwischte am 7. Spieltag eine wirklich gebrauchte erste Halbzeit und lag gegen einen starken SV Wehen Wiesbaden mit 0:4 zurück. Der FCS kam, angetrieben von einem erneut überragenden Anhang, im zweiten Durchgang nochmal ran, musste sich jedoch mit 3:4 geschlagen geben.

Cheftrainer Uwe Koschinat nahm einen Wechsel in der Startformation vor. Robin Scheu war wieder von Beginn an dabei, dafür musste Tobias Jänicke Platz machen. Ansonsten stand das Team unverändert auf dem Rasen und hatte gleich eine erste Chance. Adriano Grimaldi setzte sich im Mittelfeld durch und spielte steil auf Minos Gouras. Der tauchte frei vor Keeper Stritzel auf, war jedoch aus dem Abseits gestartet und wurde folgerichtig zurückgepfiffen.

Die Gäste aus Wiesbaden zeigten ebenfalls direkt, dass höchste Konzentration im Defensivverbund der Blau-Schwarzen gefordert war. Thiel hatte am Sechzehner zu viel Platz, zog ab, Daniel Batz riss die Fäuste hoch und parierte. Wehen blieb aber dran, erzwang die erste Ecke und ging in Führung. Thiel brachte den Ball scharf vors Tor. Gürleyen tauchte unbedrängt im Fünfer auf und köpfte ein (5.).

Auch in der nächsten Aktion war die Abstimmung nicht perfekt. Pius Krätschmer und Batz waren sich bei der Klärung einer Situation nicht einig, daher blieb Wiesbaden in der gefährlichen Zone am Ball. Flanke von der rechten Seite, Nilsson verlängerte in die Mitte, Thiel war eingelaufen und besorgte das 2:0 per Kopf (10.).

Der FCS brauchte etwas, um sich wieder einzufinden, konnte in der 21. Minute aber auch in der Offensive wieder in Erscheinung treten. Luca Kerber hatte das Auge für den durchstartenden Scheu. Der wäre durch gewesen, verpasste das Zuspiel aber haarscharf.

Aber Wiesbaden blieb, insbesondere über die rechte Bahn, richtig quirlig und kreierte immer wieder gefährliche Situationen. Der dritte Treffen wurde aber durch eine eigene Unaufmerksamkeit begünstigt. Dominik Ernst rutschte der Ball über den Fuß. Thiel kam an die Kugel, bediente Goppel und der traf zum 3:0 (26.).

Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Scheu Mitte des ersten Durchgangs und musste verletzungsbedingt runter. Koschinat nutzte die Situation gleich zu einem dreifachen Wechsel. Auch Dave Gnaase und Nick Galle verließen den Platz. Tobias Jänicke, Alexander Groiß und Mario Müller kamen neu in die Partie.

Unmittelbar vor der Pause dann plötzlich zwei Chancen für Grimaldi. Von Gouras bedient behauptete er sich zunächst gegen drei Gegenspieler und beförderte die Kugel im Liegen Richtung Tor. Der Ball wurde kurz vor der Linie geklärt. Sekunden später war er nach Flanke per Kopf zur Stelle, setzte die Kugel aber am Tor vorbei.

Auf der Gegenseite zeigte sich Wiesbaden weiter effektiv. Nilsson schickte Kempe auf der linken Seite. Der zog zur Grundlinie und gab flach in die Mitte. Taffertshofer war eingelaufen und machte mit dem 4:0 eigentlich schon den Deckel drauf (45.).

So deutlich die erste Halbzeit an die Gäste ging, präsentierten sich die Blau-Schwarzen mit Wiederbeginn stabiler. Und verdienten sich sogar das erste Tor. Ernst ging energisch in einen Pass und schaltete direkt nach vorne um. Seine Flanke erreichte Grimaldi, der zwar nicht zum Abschluss kam, doch Jänicke war zur Stelle und staubte zum 1:4 ab (56.).

Sogar der zweite Treffer lag postwendend in der Luft. Diesmal flankte Jänicke. Krätschmer verlängerte, doch Zeitz konnte die Kugel aus seiner Position nicht entscheidend platzieren. Noch größer die Chance kurz später. Ernst flankte perfekt an den zweiten Pfosten. Grimaldi hatte Zeit und Platz und doch rutschte ihm die Kugel ab. In der 68. Minute war es aber soweit. Diesmal brachte Müller den Ball von der linken Seite nach innen. Und jetzt hatte Grimaldi richtig justiert. Nur noch 2:4.

Weiter drückten die Blau-Schwarzen aufs Gaspedal. Gouras ging mit Tempo zur Grundlinie. Gürleyen klärte zwar vor Grimaldi, doch Steinkötter, kurz zuvor für Julian Günther-Schmidt eingewechselt, sicherte sich den Ball, zögerte aber einen Moment zu lange und wurde beim Abschluss im letzten Moment entscheidend gestört.

Der FCS warf jetzt alles nach vorne, dadurch ergaben sich natürlich Räume für die Gäste. Die blieben jedoch ungenutzt. Die Blau-Schwarzen hingegen ließen das 3:4 folgen. Grimaldi verlängerte in den Strafraum, Steinkötter ließ für Gouras durch, der legte nochmal quer auf Steinkötter und der Anschlusstreffer war geschafft (84.).

Koschinat brachte für die letzten Minuten noch Marius Köhl, der Kerber ersetzte. Und fast hätte der Joker richtig gezündet. Er scheiterte aber im Sechzehner dicht bedrängt per Kopf. Dann hatte Steinkötter den Ausgleich auf dem Fuß. Ernst gab flach in die Mitte. Steinkötter rutschte in die Kugel, doch Stritzel war blitzschnell unten und rettete stark. Es war die letzte große Möglichkeit.

Der FCS musste sich trotz toller Moral schlussendlich mit 3:4 geschlagen geben. Dennoch sollte ein starker zweiter Spielabschnitt in den Köpfen hängen bleiben und ein erneut laustarker Anhang, der das Team in jeder Spielsituation fantastisch unterstütze.